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Archiv für Juni 2008

klar laufen wir alle zum norden über

30. Juni 2008 jaycup 2 Kommentare

heute war ich wirklich ein wenig geschockt und im nachhinein bin ich nun auch etwas sauer. wie einige ja wissen gibt es bei uns an der uni einen kurs über den sprachgebrauch in nordkorea. wir analysieren satzkonstruktionen, schauen uns vokabeln an die man im süden gar nicht oder so in der form nicht verwendet und reden auch über die hintergründe. ich bin ja nun wahrlich niemand der sich für eine tiefe sprachanalyse interessiert, aber diesen kurs finde ich extrem sinnvoll, denn als angehende koreanisten ist es meines erachtens nach unsere pflicht über nordkorea mehr zu wissen als man eben aus der tageszeitung erfährt. dafür sind diese kenntnisse einfach notwendig und nicht viele studenten haben das glück experten auf diesem gebiet als lehrkräfte zu haben.

nun kommt ausgerechnet seitens der südkoreanischen botschaft und da speziell von der korea foundation ein seitenhieb, dass man sich doch sorgen mache. wir könnten ja die propaganda-texte fehlinterpretieren und das ganze in pro-nord-koreanische richtung umschlagen.

oh man. hält man uns denn für so blöd? wenn es irgendwo auf dieser welt ein land gibt, in dem man bereits im frühen alter propaganda und ihre wirkung sowie extremste folgen davon beigebracht bekommt, dann ist es ja wohl deutschland. auch bei allem respekt vor den interessenvertretungen eines landes, aber geht es nicht zu weit hier einer universität durch die blume vorschreiben zu wollen welchen unterricht sie anbieten darf? ist es nicht anmaßend uns studenten als nicht fähig sich eine eigene meinung zu bilden abzustempeln und uns dementsprechend den lehrinhalt vorschreiben zu wollen?

jap jap, ich reagiere grade ein wenig über, aber nur ein klein wenig. mein arbeitstag morgen in der botschaft verspricht einen höhepunkt und ich werde meinen hitzkopf da wohl kühl halten müssen, wobei bis dahin ist er sicher schon abgekühlt. besser wird es wohl auch sein da jetzt keinen großen aufstand zu machen, es ist ja auch nicht so dass wir irgendwas rechtfertigen müssten, aber ärgern tut es mich trotzdem.

wenn man sich das anschaut ist es auch irgendwie… deprimierend. es zeigt in einer gewissen art und weise in welche richtung ein teil der koreaner die im bereich „ausbildung von korea-experten“ verantwortlich sind (und nicht nur in dem bereich) denken. der ideale koreanist, so scheint es, ist ein konfuzius-zitierender-hangeul-anbeter der sich im geschichtlich-kulturellen bereich bestens auskennt und so viel forschung betreibt wie es nur geht um mehr einzigartige elemente der koreanischen kultur wissenschaftlich hervorheben zu können. an modernen problemen orientierte experten die aktiv auch etwas zur lösung gesellschafts- oder wirtschaftspolitischer probleme beitragen möchten und objektiv-neutral in der lage sind eine situation einzuschätzen scheint das interesse nicht sehr groß. das haben wir schon damals gesehen als die professur von herr frank uns verweigert wurde und nun das. ganz ehrlich, das macht so keinen spass. naja, noch ein semester…

Kategorien:arbeit, studium

trainingsfieber…

27. Juni 2008 jaycup 2 Kommentare

jetzt wo ich wieder gut in form komme steigt auch wieder der ehrgeiz noch besser zu werden. dummerweise hab ich nicht genug zeit um richtig intensiv zu trainieren, aber in weniger als 2 wochen sieht die lage da besser aus :-) jedesmal wenn mich der ehrgeiz packt mache ich mich auf die suche nach neuen techniken die ich noch lernen könnte und dafür ist youtube mal eben wirklich genial.

beim stöbern habe ich heute das hier gefunden. zwar keine neue technik, aber es macht einfach nur spass leute zu sehen, die über eine so gute beintechnik verfügen. sieht man nämlich wirklich selten und in dem bereich kenne ich mich gut aus und habe auch schon viel gesehen. mit eine der enttäuschendsten sachen in korea war das taekwondo training, welches in der hinsicht ziemlich unbefriedigend war. ich schiebe das zwar eher darauf, dass ich einfach nicht das glück hatte eine gute schule zu finden, aber allein der fakt dass es so schwer war in seoul überhaupt eine einigermaßen vernünftige schule zu finden ist für einen kampfsportler schon etwas… naja, deprimierend.

worauf ich aber eigentlich hinaus will ist, dass leider die meisten leute beim taekwondo die ich bisher sehen durfte nicht lernen die tritte so kontrolliert auszuführen. der grund liegt darin, dass beim kämpfen weste und helm zum schutz benutzt werden und dementsprechend ein so ausgeprägtes kontroll-gefühl gar nicht benötigt wird. im gegensatz dazu achten leute beim karate nahezu akribisch auf jede noch so kleinste bewegung, drehung, fußstellung, stand und trittausführung. mit einer der gründe warum ich im endeffekt beim karate bleibe.

der punkt ist, dass man beim karate die kontrolle wirklich braucht denn wir kämpfen ohne schutz und semi-kontakt, auch zum kopf. je besser man einen tritt kontrollieren möchte, umso mehr muss man aber seine technik verbessern. leute die ihre technik perfektionieren treten sauberer, schneller, wirkungsvoller und helfen sich auch selbst den körper zu stärken. bei einer falschen technik ist nämlich nicht nur der tritt weniger wirkungsvoll, das entscheidende ist, dass man sich dadurch auch selbst dauerhaft schaden kann. so behaupten zum beispiel einige dass schnapptritte und extreme drehungen die gelenke überbeanspruchen und dadurch nach einigen jahren training massive knie- und hüftprobleme auftreten. das ist nur bedingt richtig. wer die technik sauber beigebracht bekommt und auf die korrekte ausführung achtet wird im gegenteil den körper stärken und sich einfach länger fit halten. mit einer der gründe warum ich meine kreuzbandriss-op so schnell und erfolgreich überstanden habe war mein kampfsporttraining welches einfach eine sehr gute basis für eine schnelle heilung gelegt hatte.

und nun wünsche ich eine gute nacht, ich muss noch eine übersetzung vorm schlafen fertig kriegen und mich dann für mein training morgen ausschlafen. ich glaube morgen mache ich… tritt-technik ^^

Kategorien:sports - cup

was ist denn da los?

26. Juni 2008 jaycup 1 Kommentar

anleger haben nix zu lachen. nach jeder kurzfristigen erholungsphase kommt ein crash-tag der all die kleinen gewinne innerhalb weniger sekunden wieder ruiniert. grund zur panik? schauen wir uns doch mal den 5 jahres-verlauf des dax an:
so sieht er aus. rein charttechnisch… gibt es keinen grund zum feiern. der mittelfristige aufwärtstrend könnte in den nächsten tagen nach unten durchbrochen werden und dann wäre der nächste widerstand erst bei 6000 punkten. wenn man bedenkt dass wir vor nur einem jahr bei über 8000 punkten waren… schon enttäuschend.

und nu? eine der vielen börsenweisheiten sagt, dass es nie einen schlechten augenblick gibt um einzusteigen. bei einem allgemeinen abwärtstrend werden auch gute werte mit runtergerissen und es ergeben sich günstige chancen zum einstieg. ist aber natürlich nix für kurzfristig orientierte und wie lange der abwärtstrend anhält weiß man ja auch nicht, die wahrscheinlichkeit dass man einige monate verluste einfährt muss mit einkalkuliert werden… langfristig orientierte „schnäpchenjäger“ dürften aber im moment ziemlich viel am analysieren sein, soweit es die zeit zuläßt. ich zumindest werde mir für dieses hobby wohl etwas vom wochenende nehmen ;-)
Kategorien:finanzen

ende bei der KF

25. Juni 2008 jaycup 4 Kommentare

habe mich heute mit meiner chefin nun ausgiebig unterhalten und so sieht der plan aus: ich bleibe noch ca. 2 wochen bis ersatz gefunden ist. die stelle ist ziemlich begehrt, allein heute hatte sie mit 7 bewerbern telefoniert und schon erste termine für vorstellungsgespräche vereinbart. allerdings kommen studenten nicht mehr in frage. in teilzeit ist der arbeitsaufwand einfach kaum zu bewältigen und wer da nicht mit seinem kopf 100% bei der sache ist sondern sich noch nebenbei um sowas wie klausuren, präsentationen und hausarbeiten kümmern muss, der übernimmt sich dann einfach. siehe mein fall.

trotz dieser entwicklung kann ich dem ganzen einige positive punkte abgewinnen. zum einen habe ich eine menge wertvoller kontakte knüpfen können, das verdiente geld reicht locker um meine flugkosten nach korea zu decken und das konto auch während des auslandsaufenthaltes gedeckt zu halten und ich habe eine ganze menge gelernt, allen voran fachvokabular und höflichkeitsfloskeln, jetzt muss ich die nur noch regelmäßig anwenden damit sie auch drin bleiben. mit der chefin geh ich auch im guten auseinander, was mir hoffentlich noch etwas einbringt: über eine praktikumsbescheinigung mit dem stempel der botschaft drauf verhandel ich dann nächste woche. im lebenslauf wird sich das gut machen. und wie sieht es dann mit stipendien für später aus? kann man natürlich nicht so sagen aber ich meine dass die chancen zumindest nicht schlechter stehen.
ein weiterer positiver effekt: wenn ich die bescheinigung bekomme, kann ich diese mit dem praktikum in korea und dem teilzeitjob bei der bank den ich davor gemacht habe kombinieren und würde damit auf genug arbeitsstunden kommen um mir für das praktikumsmodul rund 25 LP anrechnen zu können. damit hätte ich dann nächstes semester wirklich kaum noch etwas zu tun und könnte mich voll auf die bachelor-arbeit konzentrieren. herr brochlos hat schon signalisiert dass so etwas möglich ist. das wäre einfach… perfekt. 
heute habe ich dann auch einen blick auf unsere neue koreastudien professorin und ihren ehemann werfen können. als ich im institut vorbeischaute war sie gerade dort um sich vorzustellen. nächste woche werde ich eventuell mehr mitbekommen weil ich meine dass sie sich dann mit herr brochlos bei uns in der KF vorstellen kommt. der erste eindruck: eine nette, kleine frau. leider sah ich ihr sofort an, dass wirtschaft nicht ihr fachgebiet ist… naja, mal sehen wie sich diese vorgaben dann auf die bewertung meiner BA arbeit auswirken werden, ich sammle grade reichlich material um über koreas energiewirtschaft- und politik berichten zu können… und wie geht es dann eigentlich mit herr brochlos weiter? bleibt er bei uns als betreuer, sprachlehrer oder zumindest mentor? fragen über fragen…
nur so nebenbei weil ich letztens über die USA geredet habe: eine freundin hatte mich angeschrieben und meinte ich solle unbedingt vorbeikommen. sie lebt und arbeitet in washington und meinte wenn ich mich entscheiden sollte dort zu studieren könnte sie mich sofort in einer firma in teilzeit unterbringen. man man, vor 15 jahren hätte ich mir nichtmal im traum vorstellen können, dass mir irgendwann so viele wege offen stehen werden…
oh und noch etwas: wir werden europameister !!! :-)
Kategorien:arbeit, studium

japan, korea oder china?

24. Juni 2008 jaycup 2 Kommentare

bei der wahl des „richtigen“ studiengangs gehen viele mit der einstellung ran, einen möglichst zukunftsweisenden bereich zu wählen. was gilt aber als zukunftsweisend? betrachten wir in regionalstudien die asienwissenschaften, so gibt es die unterschiedlichsten gründe warum sich jemand für einen bereich entscheidet.

korea
die besonderen chancen koreas sind zugleich die schwächen. es ist ein nischengebiet. wenige studenten, kaum spezialisten, wenige professoren und das bei einer durchaus steigenden nachfrage. das land ist modern, die infrastuktur gut ausgebaut und kompetente arbeitskräfte willkommen. wer die sprache meistert, eine zusätzliche qualifikation mitbringt und sich auf die kultur einlassen kann, dem blühen vor ort gute chancen. im ausland sieht es dagegen ein wenig schlechter aus, denn mit einem reinen koreaexperten kann kaum jemand was anfangen und die wenigen guten plätze im ausland sind einfach schon vergeben. koreanische unternehmen dagegen brauchen keine koreaexperten. davon haben sich reichlich welche da. wer sich also nur auf die sprache konzentriert, dem wird nachher außer bewunderung seitens der koreaner nicht viel bleiben. 
china
wo nix ist, da kann noch viel werden. bei allen news, negativen schlagzeilen und noch so vielen sicherlich berechtigten zweifeln ist china ordentlich am wachsen und bietet bei seiner größe und der noch unausgeglichenen verteilung des wachstums ein unglaubliches potenzial. der zug ist noch lange nicht abgefahren denn wirkliche china experten die zudem auch die sehr schwierige sprache meistern können sind im verhältnis zur nachfrage definitiv unterrepräsentiert. im vergleich zu korea und japan, welche eher hoch qualifizierte arbeitskräfte benötigen, hat in china dagegen so ziemlich jeder eine chance wenn nur die richtige idee da ist. hier haben auch reine china-experten noch durchaus chancen.
japan
japan hat die faszination im westen viel früher geweckt und ist dementsprechend in der hinsicht bestens bedient. unter den ostasienwissenschaften haben die japanstudien in der regel die meisten studenten, die meisten finanziellen mittel und es mangelt nicht an japanisch-sprechenden professoren. hinzu kommt der extreme fortschritt des landes, welcher sich in sehr hohen lebenshaltungskosten widerspiegelt, die damit auch schon ein immenses hindernis für jeden darstellen, der sich das land mal etwas genauer anschauen möchte. trotzdem bietet auch japan viele chancen. schafft man es da irgendwie reinzukommen, dann winken einem sehr gute chancen, denn in keinem der anderen länder kann man so viel verdienen.
und nu? was soll man da nehmen? ich überlege gerade wirklich sehr stark. herr frank den ich nach einigen gesprächen nun mehr oder weniger als meinen mentor betrachte riet mir von einer reinen spezialisierung aus korea/japan dringend ab. eine spezialisierung im bereich finanzen, auch im hinblick auf meine bankausbildung, wäre sinnvoller und ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich nicht schon einmal darüber nachgedacht hätte. WENN ich mich aber für diese richtung entscheiden würde, DANN wäre etwas anderes aber ebenfalls zu überdenken: der master in korea. was wirtschaft angeht, wäre ein studium in japan oder den USA wesentlich sinnvoller, denn die universitäten dort sind einfach qualitativ denen in korea um quantenlängen voraus und gerade im bereich finance, trade und management sagt der name der universität sehr viel aus… 
was machen wir da? so einfach ist es: das masterstudium kann man eh immer nur zum august/september anfangen. da ich im märz meinen abschluss mache habe ich dann reichlich zeit, die ich mir nehmen werde um die USA etwas genauer zu erkunden und mir die unis dort anschaue und mit den professoren rede. mal schauen was die experten dazu sagen. natürlich kommt noch ein faktor dazu der geprüft werden muss: ob es überhaupt geht. ohne stipendium steht das alles ja dann eh wieder ein einem anderen licht.
nicht zuletzt habe ich ja auch noch eines gelernt. manchmal ergibt sich einfach etwas und der rest folgt von selbst. zu viele pläne machen nur graue haare ;-)
Kategorien:studium