ausgebremst
hachja, heute habe ich meine BA arbeit im kolloqium vorstellen dürfen – und obwohl die präsentation sehr gut gelaufen ist, werde ich die arbeit dennoch ein wenig überarbeiten müssen. unsere prof. ist nicht ganz mit meiner methodik einverstanden und mehr rein koreanische quellen brauche ich auch. ich werd mir jetzt einen arm und ein bein rausreißen damit das möglichst schnell erledigt ist. ärgere mich wirklich sehr, weil ich einfach innerlich mit dem ganzen schon längst abgeschlossen habe und diesen tollen, aber nun langsam doch zermürbenden teil meines lebens endlich sauber abschließen will. nächste woche montag gibt es also nochmal ein treffen mit der prof., bis dahin werde ich hoffentlich alles verbessert, korrigiert und was sonst noch gemacht haben und nachdem sie dann wieder ein wenig rummeckern wird, werde ich dann nach weiteren korrekturen hoffentlich die woche darauf endgültig einreichen dürfen. argh, ich muss sagen, dass mich das langsam nur noch nervt. verstehen die leute denn nicht, dass mich neue abenteuer rufen? :- ) naja, wie sagt der koreaner? 어쩔 수 없다. kann man nix machen. nochmal ran und ja… werde meine ambitionen auf eigentständiges arbeiten zurückschrauben und nach der pfeife der dozenten tanzen. der weg des geringsten widerstandes – auch wenn er mir nicht wirklich gefällt. so ist das halt.
also was ich mal wirklich sagen muss, was mich an der uni und auch einer karriere an der uni wirklich abturnt – ist das gesamte system und dessen funktionsweise. ich habe da nur wirklich an der spitze des eisbergs gekratzt, aber je wissenschaftlicher das ganze wird, umso mehr merke ich, wie wenig das zu mir passt. dieses pingelige, kleinkarierte, unflexible theoriengefassel ist teilweise sowas von… argh, also beim besten willen, aber jeder der in die forschung geht lebt für mich irgendwie in einer anderen welt. klar, wir brauchen auch menschen die forschung betreiben und eines der ziele der uni ist sicherlich ebenfalls der aufbau eines solchen kaders an nachwuchswissenschaftlern – aber es ist genauso die aufgabe der uni den leuten einen „berufsqualifizierenden abschluss“ zu verschaffen – spätestens seit es den bachelor gibt. ist natürlich nicht so einfach wenn kaum einer der profs ahnung vom leben jenseits der uni hat… ich merke jedenfalls jedesmal sehr deutlich wenn ich es mit jmd. zu tun habe der schon mal in der wirtschaft tätig war und weiß worauf es „in der realen welt“ ankommt. das angebot als hilfswissenschaftler an der uni zu arbeiten habe ich sofort ausgeschlagen… ich werde ganz sicher kein wissenschaftler werden. nicht solange ich etwas spaß am leben haben möchte.
meine kamera ist endlich angekommen und ich bin sehr zufrieden. zig möglichkeiten, wunderbare qualität und dank 2 gb speicher sind je nach qualitätseinstellung viele hundert fotos möglich. bei aufnahmen für normale schnappschuss-fotos mit 5 mp reicht der speicher für sagenhafte 1.683 bilder. gehe ich dagegen auf die super-high-quality einstellung mit 8 mp und zig bildverfeinerungselementen reicht der speicher immer noch für 511 aufnahmen. so kann die reise bald losgehen. das beste an der kamera ist aber einfach das stabile metallgehäuse ohne billige plastikelemente. griffig, klein und leistungsstark. genau das was ich gesucht habe.
dann stehen noch andere wunderbare dinge an: mit dem finanzamt muss ich mich ein wenig unterhalten und neben der steuererklärung mich dort auch noch offiziell abmelden. bafög-amt braucht auch informationen, unterschriften und stempel von mir und von der uni. einwohnermeldeamt, krankenversicherung stehen auch auf der besucherliste und ahja, morgen hole ich erstmal mein china-visum ab. mal schauen wie freundlich ich da morgen empfangen werde. mir fällt aber nur so nebenbei ein: die damen in der koreanischen botschaft, die für die visa zuständig waren, waren damals auch nicht gerade die freundlichkeit in person. ich glaube das ist so ähnlich wie bei unseren beamten… kann man wohl niemandem wirklich übel nehmen. mal ehrlich: der job da ist ja auch nicht gerade der burner.
nun denn. ich sage mal gute nacht. ich werde meine freunde und familie hier vermissen, aber ganz ehrlich: ich freue mich wenn ich all den stress hier hinter mir lassen kann – ich brauche jetzt einfach eine neue art von stress :- )
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