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Archiv für April 2009

ausgebremst

28. April 2009 jaycup 2 Kommentare

hachja, heute habe ich meine BA arbeit im kolloqium vorstellen dürfen – und obwohl die präsentation sehr gut gelaufen ist, werde ich die arbeit dennoch ein wenig überarbeiten müssen. unsere prof. ist nicht ganz mit meiner methodik einverstanden und mehr rein koreanische quellen brauche ich auch. ich werd mir jetzt einen arm und ein bein rausreißen damit das möglichst schnell erledigt ist. ärgere mich wirklich sehr, weil ich einfach innerlich mit dem ganzen schon längst abgeschlossen habe und diesen tollen, aber nun langsam doch zermürbenden teil meines lebens endlich sauber abschließen will. nächste woche montag gibt es also nochmal ein treffen mit der prof., bis dahin werde ich hoffentlich alles verbessert, korrigiert und was sonst noch gemacht haben und nachdem sie dann wieder ein wenig rummeckern wird, werde ich dann nach weiteren korrekturen hoffentlich die woche darauf endgültig einreichen dürfen. argh, ich muss sagen, dass mich das langsam nur noch nervt. verstehen die leute denn nicht, dass mich neue abenteuer rufen? :- ) naja, wie sagt der koreaner? 어쩔 수 없다. kann man nix machen. nochmal ran und ja… werde meine ambitionen auf eigentständiges arbeiten zurückschrauben und nach der pfeife der dozenten tanzen. der weg des geringsten widerstandes – auch wenn er mir nicht wirklich gefällt. so ist das halt.

also was ich mal wirklich sagen muss, was mich an der uni und auch einer karriere an der uni wirklich abturnt – ist das gesamte system und dessen funktionsweise. ich habe da nur wirklich an der spitze des eisbergs gekratzt, aber je wissenschaftlicher das ganze wird, umso mehr merke ich, wie wenig das zu mir passt. dieses pingelige, kleinkarierte, unflexible theoriengefassel ist teilweise sowas von… argh, also beim besten willen, aber jeder der in die forschung geht lebt für mich irgendwie in einer anderen welt. klar, wir brauchen auch menschen die forschung betreiben und eines der ziele der uni ist sicherlich ebenfalls der aufbau eines solchen kaders an nachwuchswissenschaftlern – aber es ist genauso die aufgabe der uni den leuten einen „berufsqualifizierenden abschluss“ zu verschaffen – spätestens seit es den bachelor gibt. ist natürlich nicht so einfach wenn kaum einer der profs ahnung vom leben jenseits der uni hat… ich merke jedenfalls jedesmal sehr deutlich wenn ich es mit jmd. zu tun habe der schon mal in der wirtschaft tätig war und weiß worauf es „in der realen welt“ ankommt. das angebot als hilfswissenschaftler an der uni zu arbeiten habe ich sofort ausgeschlagen… ich werde ganz sicher kein wissenschaftler werden. nicht solange ich etwas spaß am leben haben möchte.

meine kamera ist endlich angekommen und ich bin sehr zufrieden. zig möglichkeiten, wunderbare qualität und dank 2 gb speicher sind je nach qualitätseinstellung viele hundert fotos möglich. bei aufnahmen für normale schnappschuss-fotos mit 5 mp reicht der speicher für sagenhafte 1.683 bilder. gehe ich dagegen auf die super-high-quality einstellung mit 8 mp und zig bildverfeinerungselementen reicht der speicher immer noch für 511 aufnahmen. so kann die reise bald losgehen. das beste an der kamera ist aber einfach das stabile metallgehäuse ohne billige plastikelemente. griffig, klein und leistungsstark. genau das was ich gesucht habe.

dann stehen noch andere wunderbare dinge an: mit dem finanzamt muss ich mich ein wenig unterhalten und neben der steuererklärung mich dort auch noch offiziell abmelden. bafög-amt braucht auch informationen, unterschriften und stempel von mir und von der uni. einwohnermeldeamt, krankenversicherung stehen auch auf der besucherliste und ahja, morgen hole ich erstmal mein china-visum ab. mal schauen wie freundlich ich da morgen empfangen werde. mir fällt aber nur so nebenbei ein: die damen in der koreanischen botschaft, die für die visa zuständig waren, waren damals auch nicht gerade die freundlichkeit in person. ich glaube das ist so ähnlich wie bei unseren beamten… kann man wohl niemandem wirklich übel nehmen. mal ehrlich: der job da ist ja auch nicht gerade der burner.

nun denn. ich sage mal gute nacht. ich werde meine freunde und familie hier vermissen, aber ganz ehrlich: ich freue mich wenn ich all den stress hier hinter mir lassen kann – ich brauche jetzt einfach eine neue art von stress :- )

Kategorien:studium

sprache und kultur

26. April 2009 jaycup Kommentieren

wer eine neue sprache lernt steht vor einer so gut wie unlösbaren und vor allem nie endenden aufgabe. egal wie sehr man sich bemüht: es bedarf jahre harter arbeit, um auf ein so hohes niveau zu kommen, dass man quasi im kopf einfach umschalten und sowohl gedankengänge als auch gesprochenes ohne weiter zu überlegen in jeder situation in der neu erlernten fremdsprache anwenden kann. natürlich kommt es dabei auch stark darauf an, welches ziel man sich selbst setzt. wer sich nur in alltagssituationen möglichst problemlos verständigen möchte, den werden die grammatikfehler die man schon routiniert anwendet und vielleicht nicht immer optimal passendes vokabular verwendet nicht weiter stören. solange die kommunikation zum weg führt ist das ziel erreicht. ich finde diese einstellung völlig legitim. rein vom gefühl her ist es aber natürlich wesentlich schöner, wenn der gesprächspartner überhaupt nicht merkt, dass man die angewendete sprache erst kürzlich erlernt hat. die schönsten komplimente die ich bisher im koreanischen erhalten habe waren nicht das typische nach zwei gewechselten floskeln routiniert herauszischende „한국말 잘 하세요“ (sie sprechen aber gut koreanisch) sondern situationen wo mein gesprächspartner am telefon erst nach einer weile mitbekommen hat, dass ich ein ausländer sein muss wo mir dann doch das vokabular ausging und ich um eine erklärung gebeten habe, oder auch mein letzter besuch der mir im restaurant aus dem nichts irgendwann sagte, dass sie nach dem schock der ersten begegnung es nach nur 2 tagen in manchen augenblicken vergisst, dass ich ein ausländer bin. natürlich ist es nichts im vergleich zum deutschen. trotz meines namens und meiner doch slawischen gesichtszüge habe ich in den letzten jahren niemanden getroffen, der es überhaupt für nötig halten würde meine kenntnis der deutschen sprache auch nur kommentieren zu müssen.

auch wenn ich mich nie wirklich für die kultur eines landes im tieferen sinn interessiert habe, sind grundlegende kenntnisse dieser sowie der geschichte eines landes ebenfalls sehr wichtig um die gelernte sprache auch in der praxis sinnvoll anwenden zu können. manchmal muss man einfach wissen wann man was sagen kann und worauf man bei der verständigung achten muss um den anderen nicht zu beleidigen oder – insbesondere im falle koreas und polens – den gegenüber nicht in seinem stolz zu verletzen. man muss nicht über jedes detail exakt bescheid wissen und auch geschichtsdaten pauken ist heutzutage keine sinnvolle sache. bei all dem zeug welches wir heutzutage in unsere gehirne an wissen pressen müssen ist das überaus sinnlos. dafür gibts das internet: wer ein genaues datum oder EXAKTE informationen zu etwas braucht der googlet das halt. wichtiger sind für mich die groben zusammenhänge und die daraus resultierenden folgen – damit man weiß worauf man achten muss.

die sprache allein reicht also nicht und genau andersherum wird man auch die kultur eines landes nicht tiefgehend verstehen können, wenn man sich nicht mit der sprache auseinandersetzt. dafür reicht es aber nicht bücher zu lesen – viel wichtiger sind gespräche mit menschen des jeweiligen landes und einer beiderseitigen bereitschaft ehrlich und offen seine position zu offenbaren – und auch eigene fehleinschätzungen einzugestehen. solche gesprächspartner zu finden ist gar nicht so einfach und gerade bei sensiblen themen neigen viele dazu sich zu verschließen oder beleidigt abzuwenden. manchmal können solche gespräche auch unglaublich anstrengend sein… aber die mühe ist es wert, wenn man damit anderen oder auch sich selbst zu mehr verständnis verhelfen kann.

Kategorien:dies und das

mittagspause

24. April 2009 jaycup 3 Kommentare

nur kurz für zwischendurch zum entspannen:

Kategorien:entertainment

fortschritte

23. April 2009 jaycup Kommentieren

sooo, ich habe nun die offizielle genehmigung meine BA einreichen zu dürfen. das mache ich dann pünktlich am 30. april – und ab dem 1. mai kann ich mich dann der schönen neuen „chinesischen“ welt widmen. wie schön die wird habe ich heute in einem „china-special“ in dem magazin „junge karriere“ des handelsblatt lesen dürfen:

„411 silben, vier tonlagen. mehr laute kennt die chinesische sprache nicht. grammatik noch simpler: ein wort kann adjektiv, präposition, verb oder nomen sein. es gibt keine deklination, kein geschlecht, keinen plural, keine zeiten.“

also nachdem ich nun 4 jahre systematisch strukturierte und größtenteil logische grammatik im koreanischen und japanischen gepaukt habe, dürfte es mir ziemlich schwer fallen auf einmal in so eine welt ohne regeln einzutauchen. für mich ist aber von vornherein klar: ich werde mich nahezu ausschließlich auf das gesprochene chinesisch konzentrieren. klar werde ich auch schreiben, aber nur das nötigste, alles andere wäre kraft und energieverschwendung. die werde ich eher im job brauchen.

dann war ich heute in der botschaft wegen meinem visum… na gut, da will ich mal nich allzu viel zu sagen, deutsche beamte haben ja auch nicht gerade den ruf freundlich und hilfsbereit zu sein. auf jeden fall bekomme ich kein visum für ein volles jahr, bestenfalls für ein halbes mit max. 2-maliger einreiseerlaubnis und mit der einschränkung dass ich nach 30 tagen irgendwas registrieren muss… naja, das hotel meinte ich solle erstmal ins land kommen, den rest regeln sie dann schon vor ort. ich mach mir da jetzt einfach keine sorgen, so wie ich das (jetzt schon) sehe, läuft in chinesischer bürokratie so ziemlich alles über beziehungen und das „wohlwollen“ einzelner personen. in sanya vor ort werden das die leute schon regeln können, zumal ich nun auch noch erfahren habe, dass hainan teilweise eigenständige visa-regelungen hat. aha.

meine erste impfung habe ich hinter mir, nächste woche kommt wieder was. muss mich noch schlau machen wegen den medikamenten die ich vorsichtshalber mitnehmen sollte und meinen eltern eine liste mitgeben. in polen bekommt man nämlich fast alles ohne rezept und deutlich günstiger. hier gibt man ja schon für ein „wick-vaporub“ und paar aspirin ein halbes vermögen aus.

argh, würde eigentlich gerne noch was zur wirtschaft schreiben, sind ja gerade tolle neue zahlen da (-6% wachstum in deutschland) und korea ist nun auch offizielles partnerland der messe in hannover und und und… aber mein kopf drönnt, ich brauche unbedingt schlaf… deswegen vorerst gute nacht ;- )

Kategorien:China, arbeit, studium

arbeitsvisum korea – neue regelungen

21. April 2009 jaycup Kommentieren

also ich hab es noch nicht genau bis ins letzte detail ausgekundschaftet, aber beim nachprüfen der neuen regelungen zum working holiday-visa über das jan hier berichtet hatte bin ich über eine immense zahl neuer regelungen, definitionen und vereinfachungen gestolpert, welche scheinbar allesamt innerhalb der letzten paar monate verabschiedet wurden.

zwar ist korea nach wie vor auf dem „wir lassen nur profis ins land“ trip (was ich auch gar nicht verurteilen will, ist ja verständlich, machen so ziemlich alle so), aber die grenzen wurden doch immens gesenkt. insbesondere das E7 – visum wurde komplett neu definiert und zig berufsgruppen neu aufgenommen. so ist es in einer vielzahl neuer berufe nun möglich als inhaber eines BA – abschluss und mit nur einem jahr arbeitserfahrung bereits das E7 visum zu erhalten.

besonders erfreulich: endlich wurden auch die wünsche der hospitality-branche erhört und sowohl hotel als auch der casino-betrieb in den katalog der durch ausländer ergreifbaren berufe in etwas erweitertem umfang unter den vereinfachten bedingungen aufgenommen. genial! ich werde mich in china in meinen job reinhängen und es so gut machen wie nur möglich – aber es erleichtert doch ungemein zu wissen, dass ich dann mit meinem BA + 1 jahr und 2 monaten berufserfahrung (mein praktikum ausm letzten jahr wird angerechnet) mich ohne visa-sorgen richtung korea orientieren kann – wenn es mit china aus welchen gründen auch immer nicht so klappen sollte wie man sich das vorstellt. hach, ist das schön…

übrigens war ich heute in charmanter begleitung auf der connecticum-messe, allerdings war diese für nicht-ingenieure und nicht-informatiker weniger interessant. hatte zwar ein paar recht interessante gespräche führen können, aber wirklich sinnvolle kontakte waren mangelware. auch immer wieder erschreckend festzustellen, wie wenig asienkompetenz deutsche unternehmensvertreter mitbringen… also teilweise was wir uns da für kommentare anhören durften… naja, aber immerhin: eine handvoll kugelschreiber, lesematerial (einmal die wirtschaftswoche, das handelsblatt, die zeit) und schokolade / gummibärchen en masse zum nulltarif haben den besuch dennoch lohnenswert werden lassen.

Kategorien:Korea, arbeit, visum