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Neuigkeiten

Es tut mir sehr leid, der Eintrag kommt sehr spät. Ich war sehr mit Arbeit beschäftigt denn im Moment werde ich quasi zwischen zwei Abteilungen zerrisen. Einerseits kümmere ich mich um die Kundenbeziehungen im Front Office, andererseits arbeite ich noch an 1-2 Projekten im Sales & Marketing, um hier ein paar Veränderungen ins Leben rufen zu können. Dann kommt noch dazu, dass ich so ein klein wenig die Kommunikationsfunktion zwischen den Abteilungen übernommen habe, einfach weil ich in fast jeder Abteilung jemanden habe mit dem ich mich gut verstehe und somit die Arbeitsabläufe ein wenig schneller optimiert werden können… aber das alles frisst natürlich unmengen von Zeit. In den letzten Tagen habe ich nahezu täglich 12-14 Stunden gearbeitet und da ich auch bei allem Aufwand es mir nicht nehme abends wegzugehen verfliegen die Stunden und Tage nur so… ich bin jetzt schon einen ganzen Monat hier… wow. Ging verdammt schnell.

Der andere Grund warum ich erst so spät schreiben kann ist die Internetverbindung. Mein Zugang über das Netz der FU-Berlin wurde gesperrt, so dass ich wieder nach einer anderen Möglichkeit suchen musste, wie ich auf meinen Blog zugreifen kann. Wie gut, dass einer meiner Freunde ein hervorragender Informatiker ist, der mir da zügig aus der Patsche helfen konnte.

Das Tief in dem ich mich vor 2 Wochen befand ist ausgestanden. Es geht mir wieder sehr sehr gut und ich fühle mich auch wieder recht wohl. Womöglich werde ich das Appartment wechseln, denn aufgrund ein paar persönlicher Entwicklungen hier hätte ich jetzt doch eigentlich gerne etwas mehr Privatsphäre. Wie sich das realisieren lässt steht aber noch etwas in den Sternen.

Ich muss sagen, dass ich jetzt endlich anfange einige Dinge tiefer zu begreifen. Die Veränderungen die ich hier in den paar Wochen durchgemacht habe sind wirklich Gold wert und ich genieße es in vollen Zügen. Während ich noch vor ein paar Monaten mich abends mit Freunden über Klausurergebnisse oder die BA-Arbeit unterhalten habe, sitze ich nun fast jeden Abend mit 1-2 Kollegen in der Bar und diskutiere über Managementstrategien, Optimierungsprozesse und Kostencontrolling oder Trainingsmaßnahmen für das Personal. So langsam verstehe ich jetzt auch, warum Managergehälter die der einfachen Angestellten um ein vielfaches übersteigen. Es ist schon wirklich keine leichte Aufgabe einerseits ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern zu halten, sie zu motivieren, zu trainieren, die Kommunikation mit anderen Abteilungen zu halten, sich selbst an allen Arbeitsprozessen aktiv mit zu beteiligen, neue Ideen und Produkte zu entwickeln, Arbeitsabläufe zu verbessern und zu strukturieren und natürlich für alles was schief geht den Kopf hinhalten zu müssen.

Dazu kommen Kommunikationsfertigkeiten. Insbesondere der Umgang mit Abteilungsleitern und Managern aus anderen Bereichen erfordert ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl. Man muss so aufpassen Wünsche, Anregungen oder notwendige Veränderungen auf eine Art an die Person zu bringen, die weder deren Kompetenzen übergeht, noch das persönliche Ego angreift…

Aber genug berufliches. Mein Chinesisch macht Fortschritte, wenn auch recht langsam. Habe mir jetzt noch ein Lehrbuch zugelegt und lerne fleißig jeden Morgen im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Also ich glaube schon, dass ich die Sprache zumindest bis zum leichten Konversationsniveau in etwa 6 Monaten bringen kann, aber auch das ist natürlich ein immenser Zeitfresser. Ohne Chinesisch wird das aber hier nix, weder beruflich noch privat. Vor diesem Hintergrund ist mir das die Mühe wert.

Heute morgen war ich beim Friseur. Für 40 Yuan (4,50 eur) habe ich eine 1-stündige Behandlung erhalten: Haare waschen, Kopf- und Nackenmassage, schneiden, nochmal waschen + rasieren und abschließend stylen. Die Friseuere hier haben es auch recht gut drauf, also ich freue mich schon auf den nächsten Monat wenn ich wieder dort hingehen kann.

Es ist etwas wärmer und schwüler geworden, aber für mich immer noch genau richtig. Dummerweise ist mein koreanischer Mitbewohner überempfindlich in Bezug auf Wärme und läßt ständig die Klimaanlage laufen, wodurch ich die warmen Nächte nicht wirklich so genießen kann wie ich das am liebsten mag: Kalt duschen, halbnaß aufs Bett legen, alle Fenster auf und gemütlich in der Wärme eindösen…

Na gut, genug für heute. Es gibt zwar noch Unmengen von Dingen über die es etwas zu schreiben gäbe, aber dafür reicht die Zeit heute nicht. Morgen habe ich frei, also wird es morgen noch einen Nachtrag geben.

Kategorien:China, arbeit
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