2 Monate sind rum…
…seit ich Deutschland verlassen habe. Zwei volle Monate bin ich nun in China – und es geht mir erstaunlich gut. Gestern bin ich von meinem kurzen Trip zum 五指山 zurückgekommen und ich muss sagen, es hat schon sehr viel Spaß gemacht. Erstaunlich, dass in dem kleinen Städtchen mit einer Bevölkerung von gerade mal 80.000 ich als Ausländer weniger aufgefallen bin als in dem touristischen Sanya. Was stand auf dem Programm? Club, Bar, Wildwasser-Rafting, Klettern und ordentlich Essen. 2 Tage sind schneller vorbei als man bei der Planung annimmt und da ich Stress um jeden Preis vermeiden wollte, haben wir das Klettern aus dem Programm wieder herausgenommen. Rafting hat dafuer aber umso mehr Spaß gemacht! Zuletzt hatte ich mir diesen Spaß in Korea gegönnt. In China macht das nicht weniger Spaß, mit dem kleinen Unterschied, dass man in Korea mehr die Natur genießen kann, während hier quasi allllles etwas zu stark für touristische Zwecke umgekrempelt wird. Künstliche Schleusen, Rutschen, abgesperrte Strecken… trotz des stolzen Preises von RMB 80 pro Person für ca. 1,5 Stunden würde ich das aber jederzeit wiederholen.
Die Planung für die nächsten Monate steht ebenfalls schon fest. Ich habe mir vorgenommen jeden Monat einen kurzen Trip zu machen. In etwa 2 Wochen werde ich entweder die Stadt Haikou im Norden Hainans oder Shenzhen auf dem Festland aufsuchen. Danach geht es nach Hongkong/Macau und danach wird etwas Geld gespart und im Januar ist eine Reise nach Dalian (östlich von Beijing, nah an Korea) geplant. Alles hängt natürlich von der Entwicklung hier ab (Job, Freundin, Arbeit, Visa), aber die Ziele stehen schon so grob fest.
Arbeit läuft nach wie vor wunderbar. Ich hatte heute eine erste Bewertung erhalten die insgesamt sehr positiv ausgefallen ist. Leider wächst mein Aufgabengebiet stetig und zwingt mich zu immer mehr Selbststudium. Nachdem ich nun nahezu alle Vorgänge des Front Office kennengelernt habe und täglich anwende, werde ich mich von nun an ebenfalls den Hintergründen des Ganzen widmen müssen. Der gesamte Administrationsbereich steht als nächstes an, insbesondere Kostenkalkulation und Personalmanagement. Ungünstigerweise hat da wohl jeder Manager so seine eigenen Methoden und auch wenn ich natürlich Unterstützung erhalte, so ist doch der Großteil als Selbststudium vorgesehen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass dieser Bereich nicht in die reguläre Arbeitszeit fällt?
Heimweh habe ich noch nicht, auch der Kulturschock hält sich in Grenzen. So langsam kann mich aber auch nichts mehr schocken. Ich frage mich ein wenig, wie das nach 6 Monaten aussehen wird. Bei der Abreise wußte ich schon, dass mein Aufenthalt im Ausland nicht ein, sondern eher 2-4 Jahre sein wird und daran hat sich auch nichts geändert. Sollte ich nach einem Jahr hier nicht bleiben wollen, dann geht es eben in eine andere Stadt oder zurück nach Korea, eventuell nach Japan. Auch Thailand und Vietnam bieten viele Möglichkeiten… aber für Spekulationen und Überlegungen in diese Richtung ist es noch eindeutig zu früh :- )
Mein Chinesisch macht übrigens weiter Fortschritte, allerdings langsamer als ich mir das wünschen würde und wie mir meine Begleitung ständig versichert, habe ich einen sehr typisch ausländischen Akzent. Stört mich zwar nicht weiter (im Koreanischen würde mich das stören), aber die Studienzeit ist einfach so knapp bemessen, dass ich beim Setzen von Prioritäten die Sprache doch öfter nach hinten schieben muss… man kann eben nicht alles haben. Gut ist, dass mein Koreanisch nicht nachläßt. Im Gegenteil, ich spreche immer noch nahezu täglich Koreanisch und opfere auch etwas der wertvollen Studienzeit meiner koreanischen Literatur…

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