Arbeiten in Korea

auf dieser page will ich ein paar allgemeine stützen zum thema „arbeit“ und einige ergänzende mehr fokussierte infos zum thema „arbeiten in korea“ auflisten. ist sicherlich recht hilfreich und wird dem ein oder anderen nützlich sein können.

vorab vielleicht ein paar dezente hinweise, auf die ich in diversen foren und bei fragen gestoßen bin:

  • sehr gute englischkenntnisse sind ein absolutes muss. erstens wird man eh immer für einen ami gehalten und zweitens wird wohl fast jede tätigkeit irgendwo einen part beinhalten, für den man des englischen mächtig sein sollte.
  • gute koreanischkenntnisse machen einem das leben nicht nur leichter, sie machen das überleben vor ort auf dauer überhaupt erst möglich. da sprache und kultur eng miteinander zusammenhängen, erlauben erst gute sprachkenntnisse es einem viele koreanische eigenarten zu verstehen und auch damit umgehen zu können.
  • planung ist das a und o. klar gibt es fälle wo leute mit 100 € in der tasche in ein unbekanntes land reisen und dann super-erfolgreich werden – aber das ist nicht die regel.
  • unbedingt vorher einmal 2-3 monate oder besser 5-6 monate aufenthalt „auf einem fleck“ vornehmen. damit meine ich, dass man nicht wie ein tourist rumreist und sich alles anschaut, sondern versucht in einer bestimmten umgebung ne weile zurechtzukommen. schließlich sollen das danach ein paar jahre werden.

allgemeines

ohne von vornherein träume zerstören zu wollen, aber wenn man darüber nachdenkt in korea arbeiten zu wollen, sollte man sich über folgendes klar werden:

  • ohne mindestens einen bachelor-abschluss in der tasche
  • ohne arbeitserfahrung von mind. 1 jahr
  • ohne koreanischkenntnisse auf konversationsniveau

gestaltet sich die arbeitssuche wie auch der antrag auf ein arbeitsvisum ausgesprochen schwierig. es ist sehr einfach nach korea als student zu gehen und es ist noch einfacher jobs unter der hand abzugreifen. jemand dem nachweislich etwas koreanisches blut durch die adern fließt oder einen koreanischen partner (durch heirat) vorweisen kann hat ebenfalls ein paar optionen mehr. wer aber ernsthaft über eine karriere im land der morgenröte nachdenkt, für den gestaltet sich die situation bereits deutlich komplizierter. als berufseinsteiger ohne arbeitserfahrung wird es verdammt schwer.

eine ausbildung ist kaum etwas wert. wer aber zum beispiel erst eine ausbildung sagen wir bei einer bank gemacht hat und dann ein BWL studium absolvierte, der kann sich die 2-3 jahre ausbildung durchaus als arbeitserfahrung anrechnen lassen. mit einer ausbildung allein kommt man leider nicht weit.

für ein reguläres arbeitsvisum muss das studium und die arbeitserfahrung exakt dem beruf entsprechen für den man sich bewirbt. konkret mein fall: eine bankausbildung und ein studium der koreanistik erlaubten mir leider nicht, ein arbeitsvisum für die hotellerie zu erhalten.

wer deutsch unterrichten möchte für den gestaltet sich die lage etwas einfacher. an einer der vielen privatschulen findet sich sicherlich eine mittelmäßig bis gut bezahlte arbeitsstelle. wer aber an einer universität unterrichten möchte, der sollte ein germanistik studium (master, diplom oder magister), deutsch als fremdsprache und am besten auch ein paar publikationen vorweisen können. das war vor wenigen jahren noch anders, mittlerweile sind die anforderungen jedoch stark gestiegen. wer nicht unbedingt in seoul bleiben möchte, findet jedoch nach wie vor zahlreiche arbeitsmöglichkeiten auf dem land.

die möglichkeiten als deutscher englisch zu unterrichten sind drastisch gesunken. so achten insbesondere die migrationsämter und visa-vergabestellen immer stärker darauf, dass nur derjenige ein sprachlektor-visum erhält, der auch aus einem englischsprachigen land kommt (bzw. wer deutsch unterrichten möchte entsprechend aus einem deutschsprachigen land).

wer nur für ein 1-4 jahre nach korea möchte, versucht es am besten über ein deutsches unternehmen welches in korea tätig ist. eine liste möglicher unternehmen findet sich auf der internetseite der deutsch-koreanischen IHK. leider sind viele der unternehmen dort lediglich registriert oder unterhalten in korea nur eine kleine auslandsvertretung – wodurch die zahl der tatsächlich in korea aktiv tätigen unternehmen die unter umständen eine stelle anbieten können sehr schnell zusammenschrumpft.

visum-infos:

arbeit finden ist eine sache. arbeiten können eine andere. korea hat besondere regelungen wenn es darum geht ein arbeitsvisum zu erhalten. meine bisherigen recherchen haben folgendes ergeben:

  • C4 – short term employment – für bis zu 90 tage arbeit bei einem privaten unternehmen
  • D10 – job seeking visa für top professionals der besten 300 unternehmen der welt (top 300 nach ranking von FORTUNE) oder sehr gute studenten der besten unis der welt (top 200 nach ranking von THE TIMES) mit master-abschluss
  • E7 – special occupation – gilt für viele bereiche, es wird jedoch in aller regel ein masterstudium oder bachelor + berufserfahrung von mind. 1 jahr verlangt. eine übersicht der unterstützten berufe und bereiche samt anforderungen findet ihr hier
  • D8 – corporate investment – umgerechnet mind. 50 mio. won einmalig aus dem ausland nach korea überweisen und im verwendungszweck angeben, dass es für business-investitionen gedacht ist. dann muss man allerdings auch den weg gehen, ein unternehmen gründen und sich erstmal mit der koreanischen bürokratie anfreunden. für alle die sich für diese option interessieren, habe ich hier mal einen nützlichen text
  • E2 – visum (foreign language instructor) – da sind die leute in der botshaft bereits spezialisiert. ausstellung dauert wohl nur 2-4 wochen.
  • H1 – working holiday. für alle zwischen 18-25, bald ebenfalls bis zum alter von 30 jahren möglich. auch wenn man mit dem visum arbeiten darf, so kann man es dennoch nicht als ein vollwertiges arbeitsvisum betrachten. eine der beschränkungen denen man unterliegt ist, dass man immer nur für maximal 3 monate ein und die selbe tätigkeit durchführen darf. für nebenjobs und durch die gegend touren ist es allerdings ok.

für weitere informationen dürften folgende internetseiten nützlich sein:

korea – e-government
korea – ministry of labor
korea – employment permit system (EPS)

konditionen

je nach der größe der unternehmen entsprechen die gehälter in etwa denen die man auch aus deutschland gewohnt ist, wobei eine exakte umrechnung nach dem in den letzten jahren stark schwankenden wechselkurs nur wenig sinnvoll ist. die einstiegsgehälter liegen in der regel bei etwa 2.000.000 won, je höher die qualifikation und die arbeitserfahrung umso höher fällt auch das gehalt aus. abzüge sind überschaubar. die besteuerung ist deutlich niedriger, allerdings muss man auch eine deutlich schlechtere soziale absicherung in kauf nehmen. wer sich privat entsprechend absichert, kommt schnell auf etwa die selben abzüge wie man das aus deutschland gewohnt ist.

die meisten arbeitsverträge sehen mittlerweile eine 40-stunden-woche vor. in den meisten reinkoreanischen unternehmen sind überstunden jedoch fester bestandteil des arbeitsalltags – und im gehalt bereits mit einkalkuliert.

der urlaub beträgt oft je nach unternehmen 8-11 arbeitstage pro jahr und steigert sich dann im laufe der zeit. nach 2-3 jahren wächst die zahl der urlaubstage auf 15-20 und nach etwa 10 jahren arbeit auf 23-26 tage pro jahr.

bedenken sollte man die unterschiedliche arbeitskultur. insebesondere die beachtung der strengen hierarchien und damit zusammenhängend die zuordnung von kompetenzen kann für westler ein problem darstellen. eigene ideen, innovatives denken und eine schnelle karriere sind in asien ein „no-go“ und erfordern viel geduld und fingerspitzengefühl sowie verständnis.

job-links:

hier einige praktische links zum thema arbeiten in korea. die liste wird unregelmäßig ausgebaut und aktualisiert werden, lohnt sich also sicherlich gelegentlich mal reinzuschauen.

praktika:

http://www.kopra.org
http://www.derpraktikant.eu
http://www.ihipo.com

jobs:

http://jobs.seoul.go.kr
http://global.seoul.go.kr
http://www.work.go.kr
http://www.worknplay.co.kr

http://www.contactkorea.go.kr
http://alba.findjob.co.kr
http://www.toplanguagejobs.de

netzwerke:

wer sich eh schon mit community-netzwerken auskennt, der sollte sich im netz umschauen. es gibt auch netzwerke die speziell zur beruflichen kontaktpflege und karriereplanung dienen. das tolle am internet ist, dass man quasi jede person direkt anschreiben kann – sei es nur ein mitarbeiter eines unternehmens bei dem man erstmal auf feinfühlung gehen, der personal manager, dem man direkt seine bewerbung unter die nase reiben oder auch der general manager, dem man einen genialen vorschlag zu einer partnerschaft unterbreiten möchte. wer nichts wagt gewinnt auch nichts.

www.xing.com