So endet das Jahr…
2009 war ein tolles Jahr für mich. Ich habe meine zweite Ausbildung, das Studium abgeschlossen, auf Anhieb einen Job gefunden der mir ohne Einschränkungen zusagt und dazu noch in die Welt hinaussegeln und ein weiteres Fläckchen der Erde entdecken können. Viel mehr kann man sich nicht wünschen.
Als mir das heute so durch den Kopf ging, schlenderte ich gerade an unserer Executive Lounge vorbei. Ich wunderte mich, warum all die Gäste so gespannt auf den Fernseher schauten und ging hinein, um selbst einen Blick auf die LCD-Schirme werfen zu können. Die Stille im Raum war mehr als ungewöhnlich, die Blicke verwirrt, leicht verschreckt und bei den mir bekannten britischen Gästen – fassungslos. Heute wurde in China, zum ersten mal seit nun über 50 Jahren ein Europäer britischer Herkunft hingerichtet.
Ich werde das nicht allzu ausführlich kommentieren. Die Gesetze für Drogenschmuggel und -handel sind überall in Asien sehr streng und nahezu alle asiatischen Länder, einschließlich Korea und Japan, haben nach wie vor die Todesstrafe. Wer mit 4 kg Kokain erwischt wird kann keine seichte Behandlung erwarten. Traurig ist natürlich, dass nun 5 Kinder ohne Vater werden aufwachsen müssen.
Ich möchte an dieser Stelle deshalb nur eines sagen: Reisen ist toll, fremde Länder und Kulturen zu erforschen ist spannend, lehrreich und weiterbildend – aber man kann NIE vorsichtig genug sein. Egal ob Thailand, Indonesien, Singapur, Korea, Japan, China oder sonstwo. Man nimmt keine Koffer von Anderen mit und wenn doch, dann werden die vorher aufgemacht und geprüft. Völlig egal ob da ein eingepacktes Geschenk ist oder nicht. Was nicht aufgemacht wird vor der Reise und was man nicht eigenständig bestätigt hat, das nimmt man nicht mit.
Bekannte oder Familie, von denen man weiß, dass diese nicht immer psychisch stabil sind, sollte man keineswegs alleine Reisen lassen. Mißverständnisse durch Fehlverhalten können selbst bei geistig absolut stabilen Personen zu schnell zu gefährlichen Situationen führen und wer einmal logisch nachdenkt wird schnell erkennen, dass man in einem ungünstigen Fall absolut nichts machen kann. Wer zum Beispiel in Kambodscha auf der Straße überfallen, ausgeraubt und verprügelt wird – was kann man da schon groß machen? Ohne Sprachkenntnisse kommt man nicht weit und selbst wenn man die Sprache beherrscht, ohne einen fundierten Rechtsstaat ist man ziemlich auf sich allein gestellt.
Alles hat eben auch seine Schattenseiten. Mich wird das vom Reisen nicht abhalten. Mein Vertrag hier läuft in knapp 5 Monaten aus und dann wird die nächste Destination ins Auge gefasst. Der oben genannte Fall hat aber in meinem Bewusstsein doch etwas wachgerüttelt. Ein schon fast vergessener Funke eines Vorsichtsverhaltens, das ich mir doch wieder ein wenig aneignen werde.
Ich möchte allen Lesern meines Blog ein gesundes Jahr 2010 wünschen und weiterhin kräftig dazu ermutigen, mehr von der Welt zu erkunden. Egal ob beruflich oder privat: Möglichkeiten gibt es genug. Händlier, Journalisten, Reiseleiter, Flugbegleiter, Piloten, Hoteliers und Küchenchefs haben es leicht, denn in diesen Jobs kommt man schnell um die Welt – die Bereitschaft dazu vorausgesetzt. Andere Berufsgruppen wie Designer und Architekten, Unternehmensberater, Künstler und Projektleiter können Reisen ebenfalls ohne allzu große Umstände zum Teil ihrer Arbeit machen und sich rund um den Globus inspirieren lassen. Wenn man in einem Job gelandet ist, bei dem diese Möglichkeiten beschränkt bleiben, der hat immer noch den Jahresurlaub. Ganz gleich welcher Weg gewählt wird: Ich wünsche viel Erfolg und Vergnügen und wen es dabei in eine Ecke drängt in der ich mich ebenfalls aufhalte, den möchte ich herzlich auf einen Café oder auch einen Martini einladen. Eine kurze E-Mail vorher genügt
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