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Archiv für die Kategorie ‘Japan’

Frauen in Asien

25. November 2009 jaycup 1 Kommentar

Ich mag keine Gender-Themen. An der Uni habe ich immer einen großen Bogen um das Thema gemacht und jeder der sich dieses Fachgebiet auf seine Fahnen geschrieben hatte wurde von mir eher skeptisch beäugt. Wenn man nun aber schon eine Weile in Asien in unterschiedlichen Ländern lebt/gelebt hat, dem fallen doch einige Unterschiede nicht nur zu Europa auf. Als ich also kürzlich den „Global Gender Gap Report 2009“ durchblätterte (mein Dank an Tabibito für den Link) war ich gar nicht so überrascht.

134 Länder hat man untersucht im Bezug auf die Situation/Rolle der Frauen mit folgenden Ergebnissen die ich als für diesen Blog von hoher Relevanz hervorheben möchte:

Platz 12: Deutschland
Platz 31: USA
Platz 50: Polen
Platz 60: China
Platz 75: Japan
Platz 115: Südkorea

Die Details kann man sich gerne HIER anschauen. Wer sich dunkel an meine ersten Einträge aus China erinnert, dem wird vielleicht noch ein Beitrag im Gedächtnis geblieben sein, in dem ich bereits die stärkere Rolle der Frau in China erwähnt habe. Die Unterschiede sind deutlich spürbar und jetzt hab ich es auch sogar offiziell.

Etwas überrascht über das schlechte Abschneiden Südkoreas war ich aber doch. Die Hauptgründe für die schlechte Wertung waren die geringe Beteiligung der Frauen in der Politik und die deutlich schlechteren Berufschancen in der Wirtschaft. Bekannte Themen und auch von mir bereits oft erwähnt, dass die Lage aber sooo schlecht ist, war mir dann doch nicht bewusst. Damit ist Südkorea nach dieser Liste schon beinahe mit Iran oder Pakistan in der selben Liga. Südkorea hat eigentlich sehr strenge Gesetze zur Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft, strenger als in Deutschland. Trotzdem scheint sich das nicht durchsetzen zu wollen… und da muss man etwas tiefer in die koreanische Gesellschaft blicken, um dieses Phänomen verstehen zu können. Ich werde meine eigenen Theorien dazu hinterm Zaun halten. Ist ein wenig zu heikles Thema und ich bin in dem Gebiet sicherlich nicht qualifiziert für eine Aussage. Kommentare sind aber durchaus willkommen.

Kategorien:China, Japan, Korea

Nichts ist spannender als Wirtschaft

3. Oktober 2009 jaycup 2 Kommentare

Wenn man in einem Land wie China lebt, kommt man nur selten in den Genuss ausgewogener und gut recherchierter Informationen zur Weltwirtschaft – zumindest in Sanya. Die einzige Englischsprachige Zeitung hier ist die „China Daily“ welche sicherlich nicht empfehlenswert ist. In den wenigen Bibliotheken und Büchereien findet sich nichts aktuelles (und nichts Englischsprachiges). Diskussionen oder Debatten mit Chinesen zu Themen wie Politik und Wirtschaft kann man sich getrost sparen. 95% der Chinesen verfügen nicht einmal über Grundlagenwissen zur Weltwirtschaft. 4% haben zwar das Grundwissen werden jedoch durch den Nationalstolz so geblendet dass man quasi schon nach dem dritten Satz bei „China wird alle überrollen“ ankommt. Die übriggebliebenen 1% sind einfach schwer zu finden. Soweit mein Eindruck. Zugegeben: Wirtschaftskompetenz ist auch in Deutschland nicht sehr hoch. Einer Allensbach-Umfrage zur Folge bewerteten 658 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung das Volk als „ahnungslos“. Rund 87% aller Deutschen sollen „gar nicht gut“ oder „nicht gut“ Ahnung von Wirtschaft haben. Das aber nur mal am Rande ;- )

Wie sehr freut es da einen, wenn man als Gäste ein paar Geschäftsleute aus Deutschland antrifft, Wirtschaftsprüfer und Finanzberater, die einem dann mit einem dezenten Lächeln aktuelle Ausgaben meiner Lieblingsmagazine in die Hand drücken: Wirtschaftswoche, Spiegel, Capital. Ein „Stern“ und „Brigitte“ waren auch dabei… :)

Die Wirtschaftswoche habe ich in 2 Tagen verschlungen, was mir dunkle Augenringe bescherte. Es war jedoch sehr spannend zu lesen. Konkret ging es um die Ausgabe nr. 37 in der eine aktuelle Analyse zu den „besten Unternehmen der Welt“ durchgeführt wurde. Sehr plakative Überschrift und sicherlich würde ich da mein Gehalt nicht drauf verwetten – aber spannend zu lesen war es allemal. Allen voran hat Südkorea massiv die „Charts“ gestürmt. In nahezu allen wichtigen Branchen rangiert mind. 1 koreanisches Unternehmen unter den Top 10. Eine kurze Zusammenfassung:

Auto: Hankook – Platz 6
Chemie: OCI – Platz 1
Konsum: KT&G – Platz 1
Maschinen & Anlagenbau: Doosan Heavy Ind. – Platz 1
Rohstoffe: Posco – Platz 8
Mischkonzerne: LG – Platz 1

Gewertet wurden 6000 Unternehmen weltweit nach den Kriterien welches Unternehmen den meisten Wert für seine Anleger schafften und am sichersten durch die Wirtschaftskrise steuern konnte (kann). Da kann man sich nur respektvoll verbeugen. In allen Bereichen hat Südkorea bereits Japan ausstechen können und Deutschland war nur im Bereich „Auto“ (MAN – 5 Platz) besser. Unter den TOP 10 nicht vertreten war Südkorea lediglich in den Branchen „Medien“ und „Pharma/Medizintechnik“. Das freut doch das Herz eines jeden Koreanisten.

Ansonsten ist ja in den letzten Wochen auch viel passiert. Wahlen in Japan & Deutschland sind da wohl das wichtigste. Für beides empfehle ich eigentlich die Blogs anderer Spezialisten: Tabibito für Japan und Jan für Deutschland. Beide findet ihr rechts in meiner Linkliste. Von meiner Seite dazu also nur ein kurzes Kommentar:

Japan – wunderbar. Weg mit der alten Kruste und her mit der Neuen. So sehr ich den Wandel begrüße – es ist wieder eine Ein-Parteien-Herrschaft. Ich hoffe auf das beste, aber allzu viel erwarte ich eigentlich nicht…

Deutschland – ich mag Frau Merkel ganz und gar nicht, aber das Wahlergebnis gefällt mir. Hätte ich eine Stimme gehabt, dann wären das auch meine beiden Kreuze gewesen. 1. Um die SPD abzustrafen. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Dinosaurier an der Spitze die Plätze räumen. 2. Die FDP wird hoffentlich nun endlich etwas mehr Wirtschaftskompetenz in die Sache bringen. Wie sehr wünsche ich mir für Deutschland ein modernes und simples Steuersystem. 3. Ich mag Guttenberg. Er macht einen ehrlichen Eindruck und wirkt überaus kompetent. Läßt sich nicht zu sehr von der alten Garde beeinflussen und geht den Weg, den er für richtig hält. Mein Wunsch wäre also, dass er auch Wirtschaftsminister bleibt, aber da wird die FDP wohl ein wenig gegensteuern wollen. Schauen wir mal.

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4 Monate und 1 Tag in Sanya. 1/3 meines Trainigs hier ist abgeschlossen. Das Oktoberfest in unserem Paulaner Restaurant wird begleitet von dem chinesischen „Mooncake-Festival“. Alle essen diese überdimensionalen, kuchenartigen Kekse und heute Nacht gibt es eine Versammlung am Strand, man zündet Kerzen und Knaller und feiert den Mond über den Wellen des Meeres.

Kategorien:China, Japan, deutschland

Freizeit

13. Juli 2009 jaycup 6 Kommentare

Was macht man auf einer tropischen Insel in der Freizeit? Seit ich zu einem Streber mutiert bin lerne ich natürlich sehr viel, aber gelegentlich muss man sich auch einfach mal eine Auszeit gönnen. Folgendes Bild stellt meinen heutigen Tag wohl am besten dar:P7130181

Haha, ja gar nicht so leicht das Gleichgewicht zu halten, wenn einem der Sand unter den Händen weggespült wird. Heute war erst eine Runde Tischtennis angesagt, dann Schwimmen und nachdem wir eine Stunde das Meer unsicher gemacht haben waren gerade am Strand ein paar Jungs am Fußball spielen, wo wir uns dann einfach dazu gesellt haben. Mit wir meine ich meine Wenigkeit samt Arbeitskollegen mit denen ich mich sehr gut verstehe.

Ja, wie man erkennen kann habe ich nun endlich auch die Möglichkeit Fotos zu laden. Anonymes surfen machts möglich. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist zwar ein Witz und mehr als quälend, aber dafür fühle ich mich frei und unbeobachtet.

Heute habe ich auch das OK der Firma bekommen, um endlich mir eine eigene Wohnung suchen zu können. Ich denke also in 2 Wochen werde ich umziehen. Eine passende Wohnung habe ich schon entdeckt, allerdings schaue ich noch nach etwas in einer besseren Lage.

Übrigens: Das Bankensystem in China ist ja echt ein Witz. Das verdient den Namen noch nichtmal. Die Bankensoftware der Filialen untereinander ist kaum vernetzt, Überweisungen in Fremdwährungen die in einer Filiale landen werden in anderen Filialen manchmal gar nicht registriert oder angezeigt. Mit der Bankkarte kann man nur bei der jeweiligen Bank Geld abheben, es gibt keine Kooperationen, keine Vernetzungen und zum Geldtransfer ins Ausland sollte man schon lieber einen entsprechenden Dienst beauftragen. Also ganz ehrlich: Größere Beträge werde ich hier nicht auf dem Konto lassen…

Dann noch eine Neuigkeit: Japan hat Südkorea den Rang um das Land mit den meisten Highspeed-Internetverbindungen abgenommen. Interessant bei dem Bericht ist auch, dass die meisten Internetangriffe aus den USA und China kommen. So so, hier für die Leute das Internet sperren wollen und gleichzeitig sich aber ins Ausland hacken… hm hm hm…

Kategorien:China, Japan, Korea

Erfolg in Asien – Gesicht geben

13. Juni 2009 jaycup 1 Kommentar

Einer der Schlüssel zum Erfolg in Asien liegt im Verständnis der kulturellen Hintergründe. Mit Erfolg meine ich dabei nicht nur den geschäftlichen oder geldwerten Vorteil / Gewinn, sondern vor allem das persönliche Befinden. Wie schon in Korea und Japan häufig gesehen, begnügt sich ein Großteil der Ausländer in Asien gerne damit den Job den man aufgetragen bekommen hat zu machen und ansonsten seine Zeit mit gleichsinnigen (sprich anderen Ausländern mit gleicher Einstellung) zu verbringen. Ein minimaler Teil betreibt den Aufwand die Sprache zu erlernen, viele die über die kulturellen Hintergründe nicht bescheid wissen und somit einige Vorgänge oder Eigenheiten nicht nachvollziehen können geraten sehr schnell in gedankliche Sackgassen. Viele Ausländer fühlen sich oft Asiaten gegenüber „überlegen“ und schauen auf sie herab.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft werden Ausländer als Experten eingestellt, um das eigene Personal zu schulen oder Arbeitsvorgänge zu optimieren. Man hat also recht viel Einfluss und wird auch dementsprechend behandelt. Das Gehalt ist dabei oftmals wesentlich höher als das der Einheimischen, in vielen Fällen hat man eine bessere Ausbildung genossen und besitzt auch mehr Auslandserfahrung. Alles Gründe genug um seine Nase ein wenig höher zu halten. Trotzdem ist die Zahl der scheiternden Expats sehr hoch – zumindest in Asien. Der Großteil bleibt bis zu einem Jahr und wünscht sich danach nur sehnlichst wieder nach Hause zu kommen. Woran liegt das?

Was wir in der Schule, Uni, Ausbildung und auch später im Arbeitsleben in Deutschland oder den USA lernen unterscheidet sich von Asien gewaltig und natürlich ist auch die gesamte Umgebung in jeglicher Hinsicht anders. Viele der Expats übersehen diesen Punkt einfach. Da man als Experte für etwas bestimmtes eingestellt wurde, ist man der Meinung, dass jeder vor Ort sich nun nach der Nase des Experten richten müsse. Sie übergehen kulturelle Hintergründe und Eigenschaften der Menschen und versuchen Veränderungen auf „haudrauf“ durchzusetzen. Man scheitert einmal, dann ein zweites mal und dann geht der Frust los. Nach einem Jahr hat man die Nase voll und regt sich nur noch über die „Unflexibilität“, „Sturrheit“, „Unwilligkeit“ oder was sonst auch alles gerade an Beschreibung passen würde auf. Dabei übersieht man doch eventuell, dass es vielllleicht an einem selbst liegen könnte…

Die Aufgabe eines Experten ist es glaub ich nicht, an einen neuen Ort zu gehen und alles nach eigener Vorstellung umzukrempeln. Man muss sich ein wenig mit der Kultur beschäftigen, lernen wie die hiesigen Regeln und Vorgänge, Routinen und Absprachen etc. funktionieren. Erst dann kann man eigene Vorstellungen einbringen und in das System Stück für Stück implementieren. Auf diese Art und Weise behält der Ort an dem man ist seinen bisherigen Charme oder Character und man steigert die Effizienz, ohne dass die bisherige Belegschaft ihr Gesicht verliert. Im Gegenteil, auf diese Art und Weise kann man sogar ein Stück Gesicht „geben“ und hoffentlich nicht nur Verbesserungen bewirken, sondern auch Anerkennung und Respekt ernten. Ich würde sagen das gilt sowohl für Japan, Korea als auch China. Die Art wie man sein Gesicht verliert oder gibt ist in allen drei Ländern anders, aber wenn man hier länger bleiben möchte, dann kommt man nicht umhin sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Kategorien:China, Japan, Korea, arbeit

letzte woche

22. Mai 2009 jaycup 2 Kommentare

nun laufen die abschlussvorbereitungen. die letzte woche bricht an. der letzte opernbesuch (tosca) war gestern, der letzte arbeitstag bei GIATA heute, das letzte training übermorgen. mein koffer enthält schon einiges was mitgenommen wird, ich entsorge alte dokumente kg-weise, einige meiner wenigen möbel wurden bei ebay versteigert. gut, ich gebe zu, ich besitze nur einen schreibtisch, eine vitrine, eine komode und ein regal. die vitrine wurde verkauft :- ) am donnerstag vor dem abflug werde ich noch überflüssige kleidung an das rote kreuz verschenken und am abend sollte ich dann von „leere“ umgeben sein.

ich habe vor ein paar tagen endgültig einen entschluss gefasst. egal wie das in china laufen sollte – so schnell werde ich nicht nach deutschland zurückkommen. sollte mir china nicht passen, werde ich weiter nach korea ziehen. sollte sich in korea nichts ergeben, sind australien oder die USA das nächste ziel. vielleicht auch japan, mal schauen was sich ergibt. diesesmal wird „goodbye deutschland“ auf jeden fall einen ganz anderen touch bekommen.

noch so viel zu tun und die zeit wird immer knapper…

dann möchte ich auf einen interessanten und beunruhigenden artikel zur künftigen behandlung von ausländern in japan hinweisen. ein blog-kollege hat das HIER zusammengefasst.

Kategorien:Japan, dies und das