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Archiv für die Kategorie ‘wirtschaft’

umstrukturierung – 구조조정

13. Mai 2009 jaycup Kommentieren

bei der suche koreanischer quellen für meine BA arbeit war das mit die häufigste vokabel, die ich in diverse suchformulare eingegeben habe. umstrukturierung. etwa 90% der ergebnisse bezogen sich dabei immer auf die zeit nach der asienkrise 1997/1998. in 1-2 jahren wird das ergebnis solcher anfragen differenzierter. da wird dann auch die jetzige finanzkrise ganz oben bei den ergebnissen auftauchen.

die koreanische regierung hat, wie damals, wiedermal ein umstrukturierungsprogramm eingeleitet. es sind über 400 großunternehmen betroffen. wenn man koreanischen ministern in den letzten wochen glauben schenken wollte, würde die krise an korea schon vorbeigezogen sein. die einleitung des programms bestätigt leider genau das gegenteil. nicht nur, dass die verknüpfung zwischen politik und wirtschaft immer noch viel zu deutlich zum vorschein tritt – die politik hat auch scheinbar kein vertrauen in die fähigkeit der unternehmen, aus eigener kraft mit den problemen fertig zu werden. aber andererseits: welche regierung hat das im moment schon? als josef ackermann sagte, dass die deutsche bank es aus eigener kraft schaffen will, wurde er von der hiesigen politik beschimpft.

ja, wirtschaft und politik hängen eng miteinander zusammen, aber so wie ich das sehe gibt es nichts schlimmeres, als wenn wirtschaftler versuchen in die politik zu gehen und politiker versuchen den wirtschaftler zu spielen.

Kategorien:Korea, wirtschaft

zukunft – in korea?

3. Mai 2009 jaycup 2 Kommentare

in meinem blog habe ich schon öfter was zur koreanischen wirtschaft geschrieben und das insbesondere in letzter zeit nicht allzu positiv. ob das der grund ist, warum die deutsch-koreanische IHK mich aus ihrem verteiler genommen hat? obwohl ich in den wenigen guten nachrichten der letzten tage und auch in den gestiegenen aktienkursen noch keine wirkliche verbesserung der realen wirtschaftslage erkennen kann, so steigen für qualifizierte kräfte doch die chancen künftig in korea einen job zu finden. die aktuelle krise in der sich korea befindet ist nämlich nicht die einzige. wenn die regierung nicht aufpasst, wird sich korea nach der bewältigung der aktuellen krise gleich wieder in einer neuen wiederfinden.

südkorea ist seit jahren eines der länder mit der niedrigsten geburtenrate. der wendepunkt an dem sich diese problematik auf die wirtschaft niederzuschlagen beginnt wurde bereits erreicht. in nur wenigen jahren wird die zahl der arbeitenden bevölkerung beginnen rapide zu sinken – geschätzt ab 2015 – das sind nur noch 6 jahre. bis dahin wird jeder 7-te koreaner über 65 jahre alt sein und die gesamtbevölkerung wird beginnen zu schrumpfen. wenn man dann noch bedenkt, dass der großteil der frauen über 30 nicht arbeitet, die kinder und jugendlichen subtrahiert… da bleibt von den 49 mio. einwohnern nicht mehr viel übrig.

koreanern versuchen einzureden mehr kinder in die welt zu setzen ist relativ aussichtslos – und dementsprechend hat südkorea gar keine andere wahl als zu einem migrationsland zu werden. bei allen schönen hochrechnungen der regierung zur steigenden zahl der in korea ansässigen ausländer wird nämlich gerne verschwiegen, dass der großteil nur über eine kurzfristige aufenthaltsgenehmigung zwecks studienaufenthalt oder lehrtätigkeit verfügt. die zahl der in korea mittel- bis langfristig ansässigen ausländer steigt tatsächlich so minimal, dass sie unter keinen umständen als erfolg verkauft werden könnte.

allein die vielen änderungen der letzten monate sind jedoch ein deutlicher hinweis, dass die regierung die dringlichkeit der problematik erkannt hat. für jeden der nach korea möchte ist das eine gute nachricht. wer die zeit noch ein wenig nutzt um sich fortzubilden und arbeitserfahrung zu sammeln, dürfte schon bald zu einer wertvollen arbeitskraft mutieren und in korea willkommen sein – vorausgesetzt man fühlt sich dort wohl – was ebenfalls keine selbstverständlichkeit darstellt.

Kategorien:Korea, arbeit, wirtschaft

uff, back to 1997?

3. April 2009 jaycup Kommentieren

korea: jaja, so mancher hatte schon irgendwo einen lichtblick gesehen und wenn man sich die aktienkurse anschaut, dann könnte man glatt glauben, dass alles wieder in ordnung ist. und dann das: das durchschnittliche pro kopf einkommen in korea ist unter 20.000 $ gerutscht. hm hm hm, IMB wird sich da was als ausrede für seine wahlversprechen einfallen lassen müssen. liegt zwar mit hauptsächlich am schwachen won, aber fakt ist fakt. dabei hört es nicht auf.

die staatsverschuldung ist um satte 19% gestiegen und beträgt jetzt rund 38,5% des BIP. 11 unternehmen müssen aus dem kospi raus, weil sie den anforderungen nicht mehr gerecht werden. 43 unternehmen müssen aus dem kosdaq raus. die wertpapiere dieser unternehmen dürfen voraussichtlich nicht weiter an der börse gehandelt werden. also nur um die wichtigkeit dieser aussage nochmal zu betonen: die aktien von 54 großen unternehmen dürfen voraussichtlich nicht mehr an der börse gehandelt werden! 11 davon sind blue-chips! man stelle sich vor in den nachrichten hier würde angesagt werden, dass 11 dax-titel vom handel dauerhaft ausgeschlossen werden!

die auslandsinvestitionen sind um 38% gefallen. besonders stark hat dazu der dienstleistungssektor beigetragen, der um satte 61% zurückging. na das alles erinnert doch immer mehr an 1997/1998… aber ganz so schlimm wird es wohl doch nicht werden. trotzdem: die krise scheint korea noch stärker in den würgegriff zu bekommen, als man das erst hätte vermuten können. sie schlägt stärker zu als in japan und china – und damit wiederholt sich ein stück geschichte, denn irgendwie reagiert korea immer extremer – sowohl auf positive wie auch auf negative entwicklungen.

china: die vorbereitungen laufen auch hochtouren. morgen geht es das flugticket reservieren. das hotel hat mich angewiesen idealerweise am 1. juni in sanya anzukommen. übrigens habe ich auf nachfrage noch erfahren, dass ich natürlich arbeitskleidung gestellt bekomme – in maßanfertigung. das bedeutet dass ich dieses mal mit „noch“ weniger reisen werde. eine laptop- und eine sporttasche. geschätze 14 kg alles zusammen. zumindest ist das der aktuelle plan. ich hasse gepäck :- )

japan: in nordkorea steht ein „satellit“ zum abschuss in die umlaufbahn bereit. da aber so ziemlich alle außer nordkorea sich sicher sind, dass es sich dabei eher um eine langstreckenrakete handelt hat japan nun angekündigt, diese sofort abzuschießen wenn sie auch nur in die nähe des japanischen luftraumes kommen sollte. auf arbeit höre ich morgens bis 14 uhr meistens „kulturradio“ weil da die politischen fuilletons immer recht interessant sind. ausgerechnet heute kam dann auch ein kurzer bericht dazu und ich durfte mir mal die nordkoreanische antwort darauf im originalton anhören. wow. bisher kannte ich nur zeitungsartikel, gesprochene – oder besser gesagt hasserfüllt schreiende – waren mir bisher verwehrt, bzw. hatte ich nur 1-2 mal gehört als meine koreanischkenntnisse noch auf dem niveau level 1 waren. jetzt wo ich den großteil verstehe, muss ich sagen dass mir doch ein leicht kalter schauer über den rücken ging als ich den NK sprecher in die mikros brüllen hörte.

nachtrag 5.4.: die rakete wurde gestartet, japan hat entgegen aller ankündigungen nichts gemacht. wozu dann die ganzen manöver, das aufstellen der raketenabwehranlagen etc.? also wenn man schon vorher so einen tumult macht, dann hätte man konsequent die rakete abschießen sollen. so wirkt japan jetzt eher schwach, unentschlossen – und manch ein böser wird ihnen unfähigkeit vorwerfen. nordkorea freut sich dagegen – viel weltweite aufmerksamkeit und japan schön an der nase vorgeführt.

andererseits könnte man japans aktionen auch so deuten, dass diese durch diese ganzen kampagnen, aufrufe usw. ihre militärischen aktivitäten stärker zu rechtfertigen versuchen – sowohl vor der eigenen bevölkerung als auch vor der weltgemeinschaft. japans remilitarisierung ist ja im moment ein heißes thema.

studium: die sonne scheint, 22 grad, wolkenloser himmel. ich muss – und will – trotzdem worken. dieses wochenende sollte auch der koreanische teil meiner BA fertig werden. am montag hab ich einen termin mit unserer prof. und am dienstag mit dem prüfungsbüro. dann gehts übers wochenende (ostern) nach polen um der arbeit den finalen schliff zu geben. so in etwa am 14. werde ich sie dann samt eilantrag einreichen – und damit ist dann alles erledigt.

final

20. März 2009 jaycup 3 Kommentare

so, ich spüre es. dieses wochenende werde ich meine abschlussarbeit bis auf den koreanischen teil fertig haben. da am sonntag abends mein besuch aus korea kommt und mich dann mit dem i-tüpfelchen, den rein-koreanischen quellen versorgt, dürfte ich dann die erste endfassung in einer woche vorliegen haben. das prüfungsbüro hat soweit schon alles geregelt, so dass ich die arbeit am 27. werde anmelden können und dann nehme ich mir nochmal ein paar tage auszeit von der arbeit und so etwa am 5.4. kann ich dann das fertige endwerk einreichen. endlich.

ich weiß aber immer noch nicht wie es weitergeht. vor 1,5 wochen ging noch alles so schnell und jetzt fühlt sich jeder tag wie eine halbe ewigkeit an. ungewissheit ist eine qual… sollte es nicht klappen weiß ich aber auf jeden fall was als nächstes auf dem programm steht: bafög abzahlen, tanzen und golfen lernen und sich einmal professionell ablichten lassen. weiterhin bei anderen hotels weiterprobieren und wenn all das nichts bringt dann schön kapital sammeln, sich etwas durchquälen – und in 2-3 jahren geht es dann in die selbständigkeit. so sieht es nämlich aus. wenn man die chance die man braucht nicht bekommt, dann muss man sich eben selbst eine schaffen.

korea: ein besonderer aspekt der die koreanische wirtschaft noch nachhaltig schwächen dürfte ist die arg gestiegene verschuldung. besonders die großunternehmen haben sich nämlich im ausland mit krediten eingedeckt und ihre kreditlinien mit wertpapieren abgesichert. da aber viele der aktien bis zu 2/3 an wert eingebüßt haben und der koreanische won sich mehr als schlecht entwickelt hat, ist die verschuldung der unternehmen im durchschnitt um satte 22% gewachsen. aktuelle gesamtverschuldung: rund 830 mrd. us$.

die handelsbilanz ist zwar positiv, aber das ändert nichts an der tatsache, dass der export um 22% gefallen ist, der import stärker um rund 33% im vergleich zum vorjahr. auch die zahl der arbeitslosen steigt. von einer besserung… nichts in sicht.

Kategorien:Korea, arbeit, studium, wirtschaft

technologieklau, energie und umdenken

19. März 2009 jaycup 5 Kommentare

lese grad einen sehr interessanten business-ratgeber für korea aus dem jahre 1994. gehört mit zu meinen literaturquellen für die abschlussarbeit und ist überaus lehrreich. der interessanteste teil handelt von korruption und technologieklau. musste stellenweise lachen weil es doch so vieles beinhaltet was auch heute durchaus aktuell ist.

technologieklau war schon immer ein bestandteil einer jeden schnell aufstrebenden wirtschaft, aber niemand verstand es diesen so schnell und professionell zu gestalten wie ostasiaten und korea gehört da auf den top-rang. egal was man heutzutage china alles vorwirft: noch vor wenigen jahren war das in korea genauso gängige praxis und es wurde in nahezu allen industriebereichen eindeutig vor joint-ventures und tochtergründungen in korea eindringlich gewarnt. insgesamt hat man aber die kurve doch gut gekriegt und nach dem „aufholen“ den richtigen gang zum überholen eingelegt. mittlerweile gehört korea ja in vielen bereichen zu den weltmarktführern und muss nun eher darauf achten, die eigenen industriegeheimnisse zu schützen.

wo klappt es nicht? energie ist wohl das größte aller probleme – und zwar in allen bereichen. das kleine südkorea hat einen so großen energiehunger, dass in wenigen jahren rund 18 atomkraftwerke die netze mit strom bespeisen werden. das korea so ein high-tech-land ist, daran liegt es sicherlich nicht. wer einmal in korea war sieht sofort wo die probleme liegen: es gibt kaum ein gebäude das über eine vernünftige wärmedämmung verfügt, energiesparlampen werden nirgends eingesetzt und die klimaanlagen laufen überall und ständig. und das sind nur die auf den allerersten blick sichtbaren dinge. koreaner sind in der regel sehr hitzköpfig und treffen entscheidungen oftmals sehr emotional. gerade die ältere generation baut lieber 10 neue kraftwerke als sich einmal die bauvorschriften hinsichtlich energieeffizienz genauer anzuschauen oder die qualität der leitungen und den damit zusammenhängenden energieverlust zu überprüfen.

was ich besonders in dem buch interessant fand war, dass man bereits 1993 es sich zum ziel gesetzt hat, die entwicklung von elektro-autos voranzutreiben und serienreife modelle zu entwickeln. spannend, weil elektro-autos gerade jetzt als die alternative der zukunft gehandelt werden. nur was ist daraus geworden? auf dem gebiet sind japaner klar führend und diese habe schon sehr früh gelernt, dass man mit seiner forschung gerade in bezug auf korea sehr vorsichtig sein muss. hat korea diese pläne aufgegeben? mag sein, dass es an der mentalität der koreaner gescheitert ist. koreaner mögen große, kräftige autos die auch ruhig viel verbrennen können. autos sind immer noch ein prestige-objekt und status-symbol. während man in deutschland auch öfter mal banker oder anwälte auf dem fahrrad zur arbeit radeln sieht, ist mir sowas in korea noch nie begegnet. gut? schlecht? das mag jeder für sich entscheiden. mit ein grund mag es sein, dass es in korea immer noch lebensgefährlich sein kann auf den straßen fahrrad zu fahren, aber entscheidend ist das sicherlich nicht.

wie auch immer, die lage in korea im moment ist alles andere als rosig und eine besserung nicht in sicht. wie so oft in der vergangenheit könnte aber diese krise in vielen bereichen zum umdenken beitragen. wünschenswert wäre das allemal, denn in punkto qualität hängt man doch noch in einigen bereichen immer noch arg hinterher.

japan:

dass japan in punkto technik immer noch den meisten anderen ländern weit voraus ist dürfte bekannt sein. in welche richtung das gehen kann zeigt folgender artikel.

und noch eine schlechte nachricht gibt es – und zwar für alle anime-liebhaber.

Kategorien:Korea, wirtschaft