kampfsport und kreuzbandriss
das schlimmste was ein kampfsportler sich vorstellen kann, ist eine knieverletzung. bei der beweglichkeit die einem abgefordert wird ist ein dauerhafter knieschaden ein wahrer alptraum.
wie das schicksal es aber wollte, wurde dieser alptraum nach rund 15 jahren training für mich wahr. vor etwa 3,5 jahren hatte ich mir beim wettkampftraining einen vorderen kreuzbandriss am rechten bein zugezogen und unterzog mich dann einer so genannten plastik-OP nach der trans-fix-technik. wer sich für den ablauf interessiert dem möchte ich mal die internetseite meines damaligen arztes nahelegen. die wird dort sogar bild-dokumentiert, ich empfehle jedoch vorher nichts zu essen.
wie dem auch sei. nach der OP war mein rechtes bein rund 8 cm dünner. schon wahnsinn, mein körper hat 8 cm reiner muskelmasse innerhalb von nur 3 tagen im krankenhaus einfach so abgebaut. hinzu kommt, dass mein bein komplett steif war. es war in einem etwa 15 grad winkel fixiert und ich konnte es weder beugen noch strecken. aufgrund der abgebauten muskulatur und des noch nicht festgewachsenen knie-implantats durfte das bein die ersten wochen mit nicht mehr als 15 kg belastet werden – was in etwa dem einfach auflegen des beins auf den boden entspricht, ohne auch nur 1 gramm körpergewicht darauf zu verlagern. last but not least: das originalkreuzband hält das knie nicht nur zusammen, es ist auch voll mit kleinen nerven, welche die bewegung des beins steuern und für feinmotorik extrem wichtig sind. dies kann durch kein implantat jemals ersetzt werden. aus diesem grund ist es die einschätzung der ärzte (und der versicherungen), dass man sein bein danach nie wieder zu mehr als 80% seiner ursprünglichen leistung regenerieren kann. wie man sich also vorstellen kann, war die angst nie wieder sport treiben zu können wirklich sehr groß.
REHA-training 2 mal die woche, 2 x massagen und jeden tag 4-6 stunden training zu hause haben mich schnell genesen lassen. nach 3 monaten schon bin ich mit krücken zum kampfsporttraining gehumpelt und nach nur 5 monaten habe ich schon wieder mit leichtem akrobatik-training angefangen… mittlerweile bin ich absolut wieder fit und merke keinen unterschied zu vorher.
damals wollte ich eine internetseite darüber schreiben, wie man als kampfsportler nach so einem vorfall wieder zurechtkommt – oder auch nicht, je nachdem wie sich das entwickelt hätte. nur wußte ich damals nicht über die möglichkeiten des bloggens bescheid. auch wenn ich damals ein tagebuch darüber geführt habe und in meinem terminkalender jeder fortschritt und jedes training dokumentiert ist, wäre es jetzt zu spät das nochmal aufzukurbeln. stattdessen werde ich aber nach der bachelor-arbeit ein kleines video drehen – als ansporn für jeden der sich vielleicht in einer ähnlichen situation befindet. so viel vorab: kampfsporttraining ist und bleibt das beste was man sich nur antun kann.
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