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Archiv für die Kategorie ‘persönliches’

Wahrnehmung

3. August 2009 jaycup 3 Kommentare

Heute mal etwas in eigener Sache. Ich bin mir recht sicher, dass die letzten Artikel bei vielen meiner Leser auf unterschiedliche Reaktionen stoßen und besonders die China-Liebhaber sich nicht so wirklich mit meinen Beschreibungen anfreunden können. Ich möchte deswegen ein paar Hinweise zu meinem Schreibstil und zu meiner Wahrnehmung der Geschehnisse hier geben.

Meine erste Reise nach Asien war im Sommer 2000. Damals ging es für 8 Wochen nach Thailand mit einem Kurzausflug nach Laos und Myanmar. Danach war eine lange Pause angesagt und erst 2006 ging es dann schließlich für 2 Monate nach Südkorea wovon ich dann jedoch 1 Woche ungeplant in Japan verbracht habe. 2007 nochmals 10 Monate Südkorea mit 4 oder 5 Reisen nach Japan und schließlich 2008 nochmals 2,5 Monate Südkorea. Thailand ist ein Entwicklungsland, Japan und Südkorea sind schon sehr stark entwickelte Länder mit einigen kulturellen Besonderheiten, die sich insbesondere im Umgang mit Anderen wiederspiegeln. Durch mein Studium und die Auslandsaufenthalte bin ich natürlich sehr stark davon geprägt worden. Hinzu kommt, dass ich gute Koreanischkenntnisse habe und auch in Japan sprachlich soweit zurecht komme.

Nun bin ich in einem Entwicklungsland, welches zwar vom ersten Eindruck (siehe meine Erfahrungen aus Beijing) einen durchaus beeindrucken kann, tiefer ins Detail geblickt jedoch noch unheimlich viel leisten muß, um sich mit der von mir bereits bereisten koreanischen und japanischen Konkurrenz  messen zu können. Hinzu kommen die gewaltigen kulturellen Unterschiede und Sprachbarrieren, die einem das Leben hier durchaus nicht leicht gestalten. Wer die japanische und (im privaten Bereich) koreanische Höflichkeit gewohnt ist, der hat es in China einfach schwer. Wer eine einigermaßen gute Ausbildung besitzt, kann sich hier sehr schnell übermütig fühlen, weil der Großteil der Menschen hier eben nur über eine sehr schlechte Ausbildung verfügt. Ich will nicht behaupten, dass das koreanische oder japanische Bildungssystem sehr gut wäre – ganz sicher nicht – aber das allgemeine Niveau ist eben einfach deutlich höher.

Wenn mir etwas gutes oder weniger gutes auffällt, dann neige ich oft dazu Übertreibungen aufzustellen und alles überspitzt darzustellen. Das dürfte mittlerweile wohl bekannt sein. Ich bin mir jedoch sicher, dass egal wie sehr Einigen meine Artikel auch missfallen mögen – Verneinen kann man die Feststellungen nicht.

Ich bitte also um Verständnis. Vergleiche anzustellen ist eines meiner Hauptziele und egal wie schlecht so ein Vergleich auch mal ausfallen mag: Ich bin in China, ich lebe hier und arbeite hier und werde hier noch mindestens 10 Monate bleiben. Einen längeren Aufenthalt über den 1-Jahresvertrag hinaus ziehe ich durchaus in Betracht – ganz sooooo schlecht kann es also nicht sein, sonst wäre ich schon längst auf dem Weg woanders hin. In diesem Sinne wünsche ich weiterhin viel Vergnügen beim Lesen.

Kategorien:China, persönliches

zeitplan

2. Mai 2009 jaycup Kommentieren

bei dem aktuell so schönen wetter ist es wirklich schwer sich zu konzentrieren – am liebsten wäre ich nur draußen im park und würde grillen, mich sonnen, schwimmen gehen, turnen… aber gut, das werde ich hoffentlich bald öfter machen können. im moment habe ich noch zu viel um die ohren, so dass es nur für gelegentliche kurz-ausflüge reicht. zum beispiel nach potsdam in den park sanssouci.cimg4233hachja, sonne, park und gute alte freunde – ich konnte mich nicht zurückhalten, das foto hier musste sein – aber zugegeben, was capoeira angeht bin ich ein wenig aus der übung und die kleidung war dafür auch nur sub-optimal :- )

manchmal muss man wirklich raus aus der gewohnten umgebung, um die schönheit vieler dinge die einen direkt umgeben erst erkennen zu können. nachdem ich in den letzten 3 jahren alle möglichen koreanischen tempel und einige japanische besichtigt habe, habe ich davon ehrlich gesagt die nase recht voll. reizt mich überhaupt nicht mehr. dagegen fand ich dann aber den park in potsdam sehr ansprechend. wenn man durch die riesige anlage spaziert und sich vorstellt, wie es damals gewesen sein muss wenn adlige den selben weg entlang spazierten, pläne oder intrigen geschmiedet, verhandlungen geführt oder anderen ihre liebe gestanden haben – fand ich irgendwie bewegend. schon witzig weil vor 5-6 jahren hätte man mich mit 10 pferden da nicht hinbewegen können. aber so ist das halt…

auch wenn mein zeitplan etwas ins stocken geraten ist, habe ich wie ursprünglich geplant gestern angefangen chinesisch zu lernen. meine beste freundin und sinologin julia hat sich meiner angenommen und mich gestern stundenlang mit übungen zur richtigen betonung gequält. also wirklich, was im chinesischen an grammatikalischen regeln fehlt, wird durch die richtige anwendung der 4 töne mehr als wieder wettgemacht. wirklich schwer das ganze. dafür scheint aber meine aussprache ganz ok zu sein. ich kann meinen eltern wirklich nur dankbar sein, dass sie mich bilingual erzogen haben, denn die vielen roll-zisch-laute bin ich aus dem polnischen schon bestens gewohnt. aber mal schauen wie es weitergeht. wir haben einen kleinen pakt: ich helfe ihr durch den koreanisch kurs level 4 zu kommen, dafür bekomme ich jeden tag chinesisch-übungen.

ein problem hat sich ergeben. die chinesische botschaft hat mir das falsche visum ausgestellt. im nachhinein wurde der arbeitsvertrag den ich dort vorgezeigt habe nicht als offizielle einladung klassifiziert, wodurch man mir einfach kurzerhand nur ein reguläres touristenvisum ausgestellt hat. klasse. habe dann sofort mein hotel angeschrieben und den sachverhalt vorgestellt. jetzt wird nochmal neu entschieden ob ich erstmal mit einem business-visum oder gleich einem regulären arbeitsvisum einreisen soll, welches ich dann natürlich nochmals neu beantragen muss. die dafür notwendige offizielle einladung muss dann auch erst bei einer chinesischen behörde beantragt werden was 5 tage dauert, dann das ganze per post hierher nochmals 4-7 tage, visumantrag nochmals 4 tage… also das wird echt knapp… natürlich auch klar, dass ich die gebühren für den visumantrag nochmals selber tragen muss. hach… nur noch 4 wochen bis zum abflug…

der rote faden…

19. Februar 2009 jaycup 3 Kommentare

als ich gestern früh um 11 den bus aus berlin richtung hamburg nahm war ich noch ganz schön müde. ich wollte eigentlich schon den um 9 uhr nehmen, damit ich mich in aller ruhe noch in der stadt umschauen und den ort für mein bewerbungsgespräch stressfrei ausloten kann, aber den hab ich um wortwörtlich sekunden verpasst. er ist mir genau vor der nase weggefahren. dafür konnte ich mir dann aber ein gemütliches frühstück erlauben. 

wie dem auch sei, der weg nach hamburg war angenehm. der bus gleitete sanft über die autobahn, die schneebedeckten felder und dörfer, die der blick zwar registrierte jedoch an ihnen vorbeiwanderte, beruhigten und ließen den stress der großstadt ein wenig zurück. oder war es die baldrian tablette die ich davor genommen habe? entlang der autobahn stehen viele windparks. die riesigen rotorblätter der generatoren kreisten gemütlich, schon fast lässig vor sich hin. im hintergrund hörte ich chris rea im radio mit dem song „road to heaven“ und ehe ich mich versah verfiel ich in einen leichten schlaf.

ankunft in hamburg. es ist 14.10 uhr, ich habe also noch 50 minuten um das „korea business center“, eine außenstelle der korea trade agency (KOTRA) ausfindig zu machen. das ubahn netz ist übersichtlich, stadtpläne sind ebenfalls an jeder station zu finden und die menschen auskunftsfreudig. ohne allzu viel mühe habe ich meinen bestimmungsort gefunden und stand vor der tür – rund 15 minuten zu früh. dann kam das vorstellungsgespräch. knapp 2 stunden hat es gedauert und ich bin mir nicht sicher über das resultat. darauf werde ich noch 2-3 wochen warten müssen. ein paar schöne zufälle gab es aber wieder. so hat es sich im interview ausgezahlt, dass ich auf der energiemesse in seoul war im oktober, auch dass meine BA arbeit sich mit koreanischen KMU beschäftigt scheint gut angekommen zu sein und als ich dann einen artikel der financial times deutschland zusammenfassen und ins koreanische setzen sollte, haben sich die in letzter zeit gepaukten vokabeln wie 구조조정 (umstrukturierung) oder 금융위기 (bankenkrise) recht problemlos aus dem hirn herausfischen lassen. dennoch bin ich mir nicht ganz sicher, ob es qualitativ für die position reicht. es ist halt eher eine BWLer position und die damen und herren schienen überrascht dass koreanistik mein hauptfach ist.

dann noch eine alte freundin getroffen, gemütlich was essen gegangen und die stadt begutachtet. ich war schon öfter in hamburg, aber ich habe es nie aus der perspektive betrachtet wie gestern. es steht ja nun die frage im raum, ob ich nicht im april dort hin ziehe.

es gibt so fragen bei vorstellungsgesprächen, auf die man sich gut vorbereiten kann und sollte. wie sind sie auf unser unternehmen aufmerksam geworden? was sind ihre stärken? was sind ihre schwächen? wie denken sie, könnten sie dazu beitragen, dies oder das ziel zu erreichen? warum denken sie, dass sie zu unserem unternehmen passen würden?

es gibt aber auch fragen, die mir schwer fallen. eine frage mit der ich nicht gerechnet hatte (obwohl ich genau wußte dass sie rankommen würde – tief in meinem innern) war, was denn mein lebenstraum wäre. ich finde diese frage insofern schwierig, weil die interpretation der antwort von person zu person unterschiedlich sein kann – und sich unterschiedlich auf die bewerbung auswirken kann. muss der traum zu dem angestrebten beruf passen? ist es wichtig einen „traumberuf“ zu haben und diesen anzusteuern oder reicht es einen traum zu haben, den man sich später im alter auf die eine oder andere form erfüllen möchte? zudem finde ich die frage sehr persönlich. in korea gehören jedoch direkte, sehr persönliche fragen zu den standardfloskeln beim ersten treffen. wird es nun als unhöflich aufgenommen, wenn man so einer frage ausweicht oder eben unbeantwortet läßt? ich habe diese frage bis jetzt 3 mal gehört, jedesmal nur bei vorstellungsgesprächen mit koreanischen chefs und jedesmal muss ich auch im nachhinein darüber grübeln. nicht weil ich keine antwort darauf hätte, sondern weil ich eben doch ein recht unbeständiger typ bin.

als jugendlicher wollte ich unbedingt kampfsporttrainer werden. eine eigene sportschule und trainer als hauptberuf. für mich gab es damals eben nichts außer dem sport, das war meine stärke und anderes hat mich nur mäßig interessiert. als ich anfing als trainer nebenbei zu arbeiten, bemerkte ich dann, dass das kein beruf ist, mit dem man sich viele wünsche erfüllen kann – trotz hoher stundenlöhne von damals rund 45 DM und später nach anpassung und reformen immer noch anständigen 20 €. dann kam das interesse für aktien und mein neuer traum war der investmentbanker – und kampfsporttrainer nebenberuflich. wie einige jedoch mittlerweile eventuell gemerkt haben, hege ich milde ausgedrückt eine gewisse abneigung gegen viele praktiken der finanzbranche. je mehr ich darüber gelernt habe, umso mehr stellte ich fest, dass das nicht meine welt ist. nun entdeckte ich mein sprachtalent und im hotel-business endlich einen dienstleistungsservice, bei dem ich mich richtig wohl fühle. auch das hat einen kleinen neuen traum erweckt. aber ist es DER traum? schwer zu sagen. mein character ist so wechselhaft, dass es mich manchmal schon selbst fast erschreckt. nur eine einzige sache ist in den letzten 20 jahren konstant geblieben – die liebe zum kampfsport. das ist aber kein beruflicher lebenstraum. das ist einfach ein teil meines lebens.

es gibt menschen, die wissen von klein auf was sie werden wollen und steuern direkt darauf zu. ich finde das zwar etwas langweilig, denn der „selbstfindungsprozess“ verläuft da ganz anders und eben viel schmalspuriger, dafür verlieren diese menschen jedoch weitaus weniger zeit und finden sich deutlich schneller in positionen wieder, die dem entsprechen was sie sich auch vorstellen. wenn ich meinen lebenslauf betrachte, ist es mehr als offensichtlich, dass ich da nicht dazu gehöre. so viele verschiedene jobs und praktika in den unterschiedlichsten branchen wie ich schon hinter mir habe, haben glaub ich nicht allzu viele auf ihrer liste. pc-techniker, ladenverkäufer, kampfsport-trainer, bauarbeiter, übersetzer, dolmetscher, journalistischer assistent, banker, möbelschlepper, kindergärtner, sekretär, sachbearbeiter, mitarbeiter im marketing und mitarbeiter bei einer stiftung sowie nun als letztes mein hotel job. ich bin mir sicher da fehlen noch 3-4, sie fallen mir nur grad nicht ein. ich arbeite seit ich 18 bin, ein generalist sozusagen denn ich glaube so richtig versagt habe ich nur als kindergärtner, aber so wie man sich das anschaut, ist der rote faden seeehr dünn. so langsam wird es wohl zeit ihn etwas zu festigen. am 8. märz gibt es auch wieder eine hotelmesse, für die ich mich ebenfalls bereits angemeldet habe.

heute dann noch eine nette überraschung: in dem kurs chinesische wirtschaft habe ich meine hausarbeit nach einem etwas neuen system geschrieben, hatte mir dafür vorher extra das buch über wissenschaftliches arbeiten zugelegt und versucht mich an die dort gemachten vorschläge zu halten, literatur sehr sorgfältig ausgewählt und dabei aber versucht objektiv kritisch zu bleiben aber dennoch meine meinung deutlich zum ausdruck zu bringen… und es ist nun eine glatte 1,0 geworden. wunderbar, so soll das sein! die note freut mich auch besonders, weil die dozentin eine diplom kauffrau mit berufserfahrung ist, und in wirtschaftsthemen ist mir da so eine note viel mehr wert als von reinen uni-wissenschaftlern die den arbeitsmarkt nur als wort kennen. japanische wirtschaft war ohne hausarbeit eine 1,7 (nur klausur), jetzt fehlt mir nur noch eine note. unter den gegebenen umständen kann ich mir übrigens sogar eine 4,0 in der BA arbeit leisten – und ich werde immer noch einen schnitt von 1,x halten können. die bestätigung der exmatrikulation habe ich übrigens schon. zum 31.3. bin ich kein student mehr.

emanzipation?

10. Januar 2009 jaycup 7 Kommentare

liebe damen, gleich-berechtigung und gleich-behandlung sind dinge die ich gar nicht kleinreden möchte. in einer modernen gesellschaft sollte das selbstverständlich sein und mir ist durchaus bewußt, dass da noch viel getan werden muss. es wäre aber dennoch schön, wenn man uns männern die kleinen vergnügen und unsererseits als höflichkeit bzw. manieren einsortierten dinge weiterhin gestatten würde.

natürlich wissen wir, dass sie es auch alleine in den mantel schaffen, dennoch ist es weder eine billige anmache noch ein zweifel an eben dieser fähigkeit der uns dazu ermuntert ihnen in den mantel helfen zu wollen. wenn wir die rechnung übernehmen zweifeln wir nicht an ihrer fähigkeit eigenes geld zu verdienen und auch im falle dass wir die tür aufhalten ist der grund dafür  nicht die annahme, dass die türklinke ein zu großes hindernis für ihre körperliche kraft darstellen würde. die begleitung nach einer verabredung bis zur haustür ist eine selbstverständlichkeit. wenn wir das nicht tun gibts schläge von der mama für schlechtes benehmen. vor allem in berlin schöneberg, wedding und teilen von kreuzberg oder neukölln.

all diese dinge die wir so gerne als männer tun, sollen in keinster weise der emanzipation der frau entgegenwirken. der zusammenhang der da besteht ist einfach minimal und kommt nur zum tragen wenn man ihn sich unaufhörlich selbst einredet. mein appel deswegen: wir haben es schon so schwer genug den wünschen der frau entgegenzukommen. machen sie es uns doch nicht noch schwerer als notwendig. dank toller serien wie „sex and the city“ dürfen wir uns ja nun eh schon immer auf die erwartung freuen, diesen komischen mix aus bauarbeiter, manager und sensibelchen vorführen zu müssen. ist doch zum verrückt werden.

ps: so nebenbei wäre es auch schön wenn insbesondere die damen in berlin sich mal ein klein wenig schicker auch im alltag anziehen würden. hat auch nichts mit emanzipation zu tun sondern einfach nur mit gutem geschmack und stil. das muss man zwar nicht raushängen lassen, aber es gibt auch keinen grund es unter dauerverschluss zu halten. das ist auch übrigens keine frage des geldes denn man braucht keine desginerklamotten um schick auszusehen.

Kategorien:persönliches

zurück aus polen – auf ein neues!

1. Januar 2009 jaycup 2 Kommentare

das neue jahr hat begonnen – auf gehts! natürlich hab ich mir neue ziele und gute vorsätze für das nun beginnende jahr aufgestellt und da so ein blog schon eine art tagebuch darstellt, werd ich auch schön immer wieder kontrollieren können ob ich mich auch dran gehalten habe.

zunächst aber einmal ein paar worte zu polen: ich war ja nun schon seit einigen jahren nicht mehr da und muss sagen dass ich mich von anfang an sehr wohl gefühlt habe. erstaunlicherweise hatte ich doch das eigentlich nicht erwartete „zurück in der heimat“ gefühl beim durchfahren der ehemaligen grenzübergänge. plötzlich polnische straßenschilder, die typischen bars und menschen zu sehen hab ich sehr angenehm wahrgenommen. schon witzig, die letzten jahre bin ich bei jeder gelegenheit 6000 km in den fernen osten gedüst, hab aber nie zeit gefunden um mal 2 stunden mit dem wagen nach polen zu fahren.

wie einige wissen, sollte ich zum holz hacken abkommandiert werden. etwas körperliche betätigung habe ich aber auch dringend wieder gebraucht, das ganze gesäß-geknete im bürostuhl der letzten monate hatte mich schon ganz verrückt gemacht. von zeit zu zeit brauche ich einfache, anstrengende, körperliche arbeit. jetzt tut mir auch wirklich alles weh :-) hier einmal eine kurze bilddokumentation der paar arbeitstage:cimg3468jap. das musste alles zerkleinert, zerhackt und dann schön gestapelt werden.cimg3502das zeug wurde einfach nicht weniger :-) cimg3567aber pünktlich zum silvesterabend hatten wir dann doch noch alles geschafft.

trotz guter ausrüstung die aus 2 äxten, einem schweren hammer, einer tischkreissäge, einer kettensäge und einem elektrischen holz-spalter war das doch verdammt viel arbeit und es war doch anstrengender als ich es erwartet hatte. mit einem hieb so einen dicken holzblock zu spalten ist gar nicht so leicht, aber man hat schon seinen spass dran. ich hab das mal videotechnisch ein wenig aufbereitet *hust*, das video kommt aber erst beim nächsten posting extra.

nach einem ganzen tag arbeit draußen bei -5 bis -8 grad gibt einem die heiße dusche und der muskelkater am abend gleich das gute gefühl etwas richtig gemacht zu haben. etwas mehr armmuskulatur kann ja auch nicht schaden. der sommer kommt bald :-) wobei man durch so eine arbeit die muskeln nicht wirklich aufpumpt sondern eher kräftigt. find ich persönlich aber auch besser. es war aber auch ansonsten sehr angenehm, wenn man recht KO auf der veranda sitzt und in der kälte seinen heißen, in der kälte dampfenden tee genießt, hat man irgendwie einen anderen blick auf die welt – und die welt sieht dort in etwa so aus:cimg3565im winter nicht so schön wie im sommer, aber gemütlich.cimg3457die kälte bringt mitunter solche schönen dinge hervor.cimg3558meine eltern haben in den bäumen für die vögel klein säckchen mit verschiedenem korn aufgehängt. man konnte da stundenlang zuschauen.

da man in polen aufm dorf an feiertagen und am sonntag nicht arbeitet (da sollte man sich wirklich dran halten – sind ja alle stramm-katholisch hier) wurden insbesondere der 25. und 26.12. sowie der 28. (sonntag) ausgiebig zum lesen und lernen genutzt. ich habe meine kenntnisse zum stand der chinesischen wirtschaft auf vordermann gebracht, meine praktikumsberichte fertig geschrieben, 2 lektionen aus meinem 민나노日本語 abgearbeitet und die hausarbeit zur chinesischen wirtschaft halb fertig geschrieben. auch für die bachelor-arbeit konnte ich ein paar weitere texte durchgehen – insgesamt wurde die woche also sehr arbeitsreich und produktiv genutzt und ich fühle mich wieder gut aufgetankt. wenn das neue jahr so wird wie das alte aufgehört hat, dann freu ich mich doch schon richtig drauf.

in diesem sinne heute mal auf japanisch: 新年おめでとうございます!

ich muss ein wenig aufpassen, unser nun-BA-beauftragter-jedoch-immer-noch-persönlicher-meister an der uni äußerte schon die besorgnis, ob ich denn vorhätte zu den japanologen abzuwandern. nönö, ich bleib koreanist – aber eben einer der auch in zukunft japanisch sprechen kann… aber eigentlich müsste ich um das anständig zu lernen unbedingt für paar monate nach japan… naja, dazu nächstes mal eventuell mehr… auch wenn mir die koreanische sprache näher liegt, vermisse ich im moment japan ein klein wenig mehr. ich will unbedingt das katana-museum in tokio in der nähe von shinjuku wieder besuchen – beim letzten mal war es war einfach der wahnsinn… hmm, und die heißen quellen auf kyushu… naja, ich will mal nicht ausschweifen, sehe schon wieder die verstörten gesichter meiner (ex-)kommilitonen :-)

und achja, für meine polnischen leser habe ich hier noch etwas. ich höre sehr gerne polnisches radio, es ist nicht so mit werbung überfüllt wie das deutsche, die moderatoren brüllen nicht wie idioten am morgen rum nur um gute laune vorzutäuschen und oft wird nicht nur einfach nur musik abgespielt, sondern auch ein paar details zum sänger oder dem lied selbst erzählt. macht die sache einfach interessanter. wie dem auch sei, hier mein neues lieblings“lied“. da das beste daran der einfach geniale text ist, wird es natürlich auch wirklich nur die begeistern, die auch polnisch verstehen :-)

und mit diesem lied verabschiede ich mich für heute.

Kategorien:persönliches