Beijing – erster Eindruck
Also erstmal zum Flug mit Hainan Airlines: Es war grauenvoll. Der Pilot war scheinbar noch recht unerfahren, denn beim Landeanflug traten mir Schweißperlen auf die Stirn. Ruckartig wurde das Flugzeug gleich mehrere male runtergerissen und als die Räder den Boden berührten schaukelte es ganz schön gewaltig. Die Flügel wackelten hin und her und die Bremsung war dann auch sehr abrupt. Habe einmal tief durchgeatmet als wir dann endlich zum Stehen gekommen sind. Essen war nicht besonders, Filmauswahl eine Katastrophe. Viele der Hollywood-Streifen waren nur in einer Sprache verfügbar und das war oft NICHT Englisch. Chinesische Filme wurden mit Englisch untertitelt was gut ist, aber das galt nur für Filme die auf Mandarin waren. Alles andere wurde nur auf Mandarin untertitelt, so zum Beispiel auch kantonesische Filme. Dafür waren die Flugbegleiterinnen hübsch und freundlich, ihr Englisch war auch ok. Getränke wurden ohne Pausen nachgeschenkt.
Der erste Eindruck in Beijing entsprach nicht meinen Vorstellungen. Beijing ist gewaltig und beeindruckend. Der Flughafen ist etwas abseits der Stadt, macht aber wirklich was her. Modern, sauber, unglaublich weitläufig, freundliches Personal. Habe den Airport Shuttle Bus genommen und bin damit dann in die Stadt. Die Straßen sind breit, sehr gut beschriftet, der Verkehr war nicht chaotisch, im Gegenteil. Ich war erstaunt über die vielen Luxuslimousinen die an uns vorbeizogen. VW Passat, neueste Audis. Macht was her.
Auffällig am Flughafen waren die Horden von Nordkoreanern. Allgemein ist jetzt im Moment wohl nicht Reisezeit, denn der Verkher hielt sich in Grenzen, aber ich habe allein in der kurzen Zeit am Flughafen rund 4 nordkoreanische Reisegruppen ausmachen können. Mit einem Herrn hatte ich mich auch kurz unterhalten, aber es war nur Small-Talk. Daran sieht man aber auch, warum China für Nordkoreas Zukunft so wichtig ist. All die Nordkoreaner hier sehen ja was vor sich geht und auch wenn die Nachrichten sicherlich gut gefiltert werden, das allgemeine Südkorea-Bild der Chinesen wird auch den Nordkoreanern nicht entgehen.
Schon von weitem erkennt man die Umrisse der gewaltigen Hochhäuser, die alles in Seoul gesehene in den Schatten stellen und locker mit Tokio konkurrieren können. Es ist wirklich gewaltig und trotz aller Gespräche und Literatur die ich darüber lesen konnte, war ich extrem beeindruckt. Danach bin ich in einen öffentlichen Bus umgestiegen, der schon eher Seouler Standard ist. Unterschied: Viele der Busse hier sind wie die Berliner Trams und werden per Strom angetrieben. Quer durch die Stadt ziehen sich Leitungen, an denen die Busse dann mit Energie versorgt werden. Das hält wohl die Umweltverschmutzung in Grenzen und tatsächlich ist die Luft, zumindest heute, ok. Nur wenn mal ein stärkerer Wind weht, sieht man ganze Sandwolken vorbeiziehen. Trotz dessen sollte man das jetzt nicht missverstehen: Beijing ist eine sehr sehr grüne Stadt. Die riesige Fläche erlaubt es überall Parks und Anlagen zu platzieren, die Strassen werden breit angelegt und überall begrünt wo es nur geht. Es ist wirklich schön.
Das Klima ist hervorragend. Trotz warmer 26 Grad gibt es so gut wie keine Schwüle. Die Luft ist trocken und gleicht dem europäischen Klima sehr. Trotz Jackett bin ich also nicht ins Schwitzen gekommen.
Mein Hostel hier ist sehr sauber und gemütlich, das Personal freundlich. Die Gegend in der ich bin erinner mich ein wenig an Insadong in Seoul – nur größer und günstiger. WordPress, Blogspot, Youtube – alles ist zwar gesperrt, aber mein „Trick“ sich über die FU-Server einzuloggen klappt wunderbar, wie man sehen kann. Nach Ankunft war ich so müde, dass ich sofort nach Betreten des Zimmers in einen Tiefschlaf verfiel. Jetzt war ich kurz wach, habe gemütlich gegessen, 2 Whisky-Sour zu mir genommen und nach einer kleinen Nachttour werde ich mich wieder hinlegen. Die Whisky-Sour waren übrigens OK, was keine Selbstverständlichkeit ist ;- )
Ich habe auch schon ein paar Bilder machen können, aber die jetzt upzuloaden wäre zu viel. Das kommt ein wenig später. Ich werde jetzt erstmal noch ein wenig rausgehen…
Der bescheidene Koffer ist natürlich nicht alles. Ich habe noch eine Laptoptasche. Damit wird jetzt ausgewandert ;- )
kein billigplastik sondern ein stabiles metallgehäuse, wetterfest, 5fach optischer zoom, 8 megapixel, großes display, kleines gewicht und schick – und damit ich auch nie in bedrängnis komme eine speicherkarte mit 2 GB, das reicht für um die 1000 bilder in voller qualität. hatte enorm glück und die kamera zu einem schnäppchenpreis abstauben können, weniger als 1/3 der UVP.
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